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Ärzteschaft

COVID-19: Was bei echokardio­grafischen Untersuchungen zu beachten ist

Montag, 23. März 2020

/photomelon, stock.adobe.com

Düsseldorf – Bei Patienten mit COVID-19-Erkrankungen wird neben dem akuten Atemnotsyndrom (ARDS) auch akute Myokarditiden, akute Herzinsuffizienz, Arrhythmien, Herzinfarkte und erhöhte Konzentrationen kardialer Biomarker (Troponin, BNP, NT-proBNP) beobachtet.

Vor diesem Hintergrund erwartet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) eine zunehmende Nachfrage an kardialen Funktionstests.

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Die AG5 Kardiovaskulärer Ultraschall der DGK hat daher eine Stellungnahme zur Indikationsstellung und Vorsichtsmaßnahmen bei der Durchführung echokardiogra­fischer und transösophagealer (TEE) Untersuchungen erstellt (Stand 23.3.). Der Text fasse die derzeitigen nationalen und internationalen Empfehlungen zusammen, so die Autoren.

Danach sollten elektive echokardiografische Untersuchungen von Patienten im Krankenhaus, die keine direkte zwingende klinische Konsequenz haben (stabile Patienten), verschoben werden, um den Kontakt mit bereits COVID-19 infizierten Patienten zu minimieren. Im Einzelnen empfiehlt die DGK:

  • Grundsätzlich sollte aktuell mit Handschuhen gescannt werden.
  • Nach jeder Untersuchung sei eine gründliche Händedesinfektion vorzunehmen.
  • Gründliches Händewaschen mit Seife vor und nach dem Dienst, Toilettengang und Pause.
  • Bei Verdacht auf bzw. nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion sollten keine EKG-Kabel verwendet werden.
  • Bei notwendigen echokardiografischen Untersuchungen bei COVID-19-Verdacht oder -Nachweis sollte die Untersuchung am Patientenbett und nicht im Echokardio­grafie-Labor stattfinden, um die Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus durch unnötige Transporte zu minimieren.
  • Verkürzte und fokussierte Untersuchungen sind anzustreben.
  • Eine besondere Situation ergibt sich laut DGK bei notwendigen transösopha-gealen Untersuchungen (TEE), da hierbei für das medizinische Personal ein erhöhtes SARS-CoV-2-Infektionsrisiko durch Aerosole in Verbindung mit Hustenepisoden der Patienten sowie bei der Intubation der TEE-Sonde (auch schon bei der Oberflächen-Anästhesie des Rachens) besteht. Dies gelte sowohl für nicht-beatmete als auch für beatmete Patienten. Die DGK empfiehlt daher:
  • Die Indikation zur TEE sei bei jedem Patienten - auch denen, die aktuell nicht SARS-CoV-2 positiv oder auch überhaupt nicht getestet worden sind - streng zu überprüfen.
  • Nur die Patienten, bei denen durch eine TEE eine direkte Therapie-entscheidung herbeigeführt wird, sollten aktuell dieser Maßnahme unterzogen werden.
  • Der Einsatz von Schutzkleidung und Atemschutzmasken (und auch Schutzbrillen) sei bei der Durchführung einer TEE bei Verdachtsfällen und bestätigten Fällen zu befürworten.
  • Bei gesicherter SARS-CoV-2-Infektion sollten dieser Maßnahmen streng eingehalten werden.
  • Bei einer TEE sollten nur maximal zwei Personen plus Patient im Untersuchungsraum anwesend sein, Türen und Zwischentüren sind geschlossen zu halten.
  • Nach jeder Untersuchung Desinfektion des TEE-Schallkopfes und der Oberflächen/Knöpfe des Gerätes mit den bisher üblichen Detergenzien.
  • TEE-Sonden sollten nach Möglichkeit im selben Raum gereinigt werden (inklusive Griff, Kabel, Stecker).
  • Nach der Untersuchung sollte ausgiebig und gründlich gelüftet werden.
  • Computer einschließlich Zubehör (insbesondere PC-Mäuse, Tastaturen) die Tischoberflächen, Türklinken und Sitzflächen sind regelmäßig zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Bildbeurteilungen sollten möglichst nicht physisch zu mehreren Personen an einem Rechner, sondern an getrennten Rechnern vorgenommen werden.
© zyl/aerzteblatt.de

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