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Psychisch belastete Herzpatienten: Studie zur ambulanten Behandlung geplant

Dienstag, 19. Mai 2020

/Kzenon, stock.adobe.com

Göttingen – Wissenschaftler um Christoph Herrmann-Lingen, Direktor der Klinik für Psy­chosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen und Mit­glied des Vorstands des Herzzentrums Göttingen, wollen in den kommenden vier Jahren die Wirksamkeit einer teambasierten Behandlung für psychisch belastete Patienten in der Sekundärprävention der koronaren Herzkrankheit untersuchen.

„Für den Verlauf der koronaren Herzkrankheit ist es sehr wichtig, dass Patienten im Alltag förderliche Gesundheitsverhaltensweisen nachhaltig umsetzen“, erläutert Herrmann-Lin­gen. In der Studie werden zwei Patientengruppen verglichen: Die eine erhält die übliche Standardbehandlung, die andere zusätzlich eine teambasierte sogenannte ‚blended colla­borative care‘-Behandlung

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„Blended collaborative care“ bedeutet, dass eine speziell geschulte Pflegekraft bei der Be­handlung assistiert und die Patienten zusätzlich unterstützt. Dafür sind die Pflegekräf­te in einer mehrtägigen Schulung in Gesprächsführung, Psychologie und zur koronaren Herzkrankheit ausgebildet.

Während der Projektlaufzeit arbeitet die Pflegekraft mit den niedergelassenen Hausärz­ten und Kardiologen zusammen. Die Wissenschaftler wollen dabei ermitteln, welche Stress­belastung und Verhaltensweisen der Patienten den Krankheitsverlauf beeinflussen.

„Die europäische Präventionsleitlinie empfiehlt eine ‚collaborative care-Intervention‘ für psychisch belastete Herzpatienten. Im deutschen Gesundheitssystem liegt jedoch noch kein Wirksamkeitsnachweis dafür vor.

Die Nationale Versorgungsleitlinie Chronische KHK verlangt jedoch, solche Interventio­nen auch in Deutschland zu testen. Genau das werden wir jetzt machen“, so Herrmann-Lingen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die TEACH-Studie („Efficacy of TEAm-based care for distressed patients in secondary prevention of chronic Coronary Heart disease: a randomized controlled trial”) für vier Jahren mit insgesamt 2,37 Millionen Euro. © hil/aerzteblatt.de

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