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Medizin

Plötzlicher Herzstillstand wird von Menschen mit COVID-19 seltener überlebt

Freitag, 5. Februar 2021

/sudok1, stock.adobe.com

Göteborg – Eine Erkrankung an COVID-19 vermindert die Chance, im Fall eines Herzstillstands erfolg­reich reanimiert zu werden. Von den außerhalb der Klinik kollabierten Patienten konnte nach der Analy­se eines schwedischen Registers im European Heart Journal (2021; DOI: 10.1093/eurheartj/ehaa1067) kein einziger lebend aus der Klinik entlassen werden. Auch nach einem Herzstillstand in der Klinik waren die Überlebenschancen deutlich schlechter.

Da es bei schweren Infektionen mir SARS-CoV-2 häufig zu kardialen Komplikationen kommt, haben Pa­tienten mit COVID-19 ein erhöhtes Risiko, einen plötzlichen Herzstillstand zu erleiden. Beim Schwedi­schen Register für kardiopulmonale Wiederbelebung, das alle bekannten Fälle eines plötzlichen Herz­still­stands außerhalb der Klinik (OHCA) und innerhalb der Klinik (IHCA) erfasst, kam es deshalb zu Be­ginn der Epidemie zu einer Häufung von Fällen bei COVID-19-Patienten.

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Mindestens 10 % aller OHCA und 16 % aller IHCA waren mit SARS-CoV-2 infiziert. Unter den Patienten mit bekanntem Infektionsstatus war sogar jeder fünfte mit SARS-CoV-2 infiziert. COVID-19 verschlech­terte die Überlebenschancen deutlich. Während vor der Pandemie noch 7,6 % der Patienten 30 Tage nach einem OHCA am Leben waren, waren es in der Pandemie nur 4,7 % der COVID-19-Patienten.

Alle wurden Mitte Juli jedoch noch in der Klinik behandelt. Wie Pedram Sultanian von der Universität Göteborg und Mitarbeiter berichten, konnte keiner zu diesem Zeitpunkt nach Hause entlassen werden.

Interessanterweise haben sich die Ergebnisse der Nicht-COVID-19-Patienten verbessert. Hier überlebten 9,8 % den Herzstillstand. Der Grund dürfte im Lockdown (der in Schweden freiwillig war) zu suchen sein.

Da sich die Menschen überwiegend zuhause aufhielten, gab es häufiger Zeugen, die auch zur Laienreani­mation bereit waren – es sei denn der Patient litt an COVID-19. Bei diesen Patienten wurde niemals eine Laien-Defibrillation durchgeführt (die die Überlebenschancen erhöht). Bei Patienten ohne COVID-19 lag der Anteil der Defibrillationen bei 32,4 %.

Bei der Reanimation verzichteten während der Pandemie mehr Erst-Helfer auf eine Atemspende. Sie wird nicht mehr dringend empfohlen, bei Patienten mit COVID-19 wäre sie nach Einschätzung von Sultanian vermutlich medizinisch sinnvoll gewesen. Dass die Ersthelfer darauf verzichteten, erscheint jedoch ver­ständlich.

Auch bei einem Herzstillstand in der Klinik verschlechterte COVID-19 die Prognose. Vor der Pandemie überlebten 36,4 % der IHCA-Patienten 30 Tage. Während der Pandemie waren es zwar 39,5 % der Nicht-COVID-19-Patienten, aber nur 23,1 % der COVID-19-Patienten. Laut Sultanian starben 60,5 % der COVID-19-Patienten innerhalb von 24 Stunden.

Die höhere Sterblichkeit der stationären COVID-19-Patienten könnte damit zusammenhängen, dass sie im Allgemeinen schwerer erkrankt waren, Der Anteil der Patienten, die den Herzstillstand auf einer In­tensivstation oder auf der Notaufnahme erlitten, war deutlich höher als bei den Nicht-COVID-19-Patien­ten. © rme/aerzteblatt.de

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