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Medizin

SARS-CoV-2: Screening von Profi-Sportlern findet selten postinfektiöse Herzschäden

Montag, 8. März 2021

/picture alliance, Chicago Tribune Sport

New York – Professionelle Sportler erleiden bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 offenbar nur selten kardiale Schäden. Dies zeigen die Ergebnisse eines Screenings, das 6 große US-Sportverbände zusammen mit dem American College of Cardiology nach der ersten Welle von COVID-19 durchgeführt hatten. Ergebnisse wurden jetzt in JAMA Cardiology (2021; DOI: 10.1001/jamacardio.2021.0565) veröffentlicht.

Das American College of Cardiology hatte empfohlen, dass alle Profi-Sportler, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden (entweder im PCR-Abstrich oder beim späteren Antikörpernachweis im Blut) von Kardiologen untersucht werden sollten, bevor sie wieder an Training oder Wettbewerben teilnehmen. Das Screening umfasste die Bestimmung des Troponin-Plasmawertes (möglichst mit einem hoch-empfind­lichen Test), ein 12-Kanal-EKG und eine Echokardiografie (in Ruhe). Bei einem auffälligen Befund sollten die Athleten zur myokardialen Ischämiediagnostik zum CMR („Cardiovascular Magnetic Resonance“) überwiesen werden.

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Am Screening beteiligten sich die Major League Soccer, die Major League Baseball, die National Hockey League, die National Football League sowie die beiden National Basketball Associations für Frauen und Männer. In der ersten Welle waren 789 Profis positiv getestet worden, nur etwa 60 % hatten ihre Infektion bemerkt. Bei vielen war die Infektion erst in einem späteren Antikörpertest aufgefallen.

Wie ein Team um David Engel vom Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University in New York jetzt berichtet, wurde bei 6 Athleten ein erhöhter Troponin-Wert gefunden, 10 hatten einen Befund im EKG und bei 20 was Herzecho auffällig gewesen. Für insgesamt 30 Athleten wurden weitere Tests angeordnet, die bei 27 aus einem CMR bestanden. Hier bestätigte sich nur bei 5 Athleten der Verdacht: Bei 3 Profi-Sportlern wurden Hinweise auf eine Myokarditis gefunden, die anderen 2 hatten eine Perikarditis. Alle 5 wurden erst einmal von der Teilnahme an Wettbewerben gesperrt. Die anderen 25 Sportler durften ihr Training wieder aufnehmen.

Die Kardiologen hatten schlimmeres befürchtet. Erste Studien hatten nahegelegt, dass ungefähr 20 % der Patienten, die mit schwerem COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden, eine Herzschädigung entwickeln. Dass die Profi-Sportler seltener betroffen waren, führt der Kardiologe darauf zurück, dass die meisten Infektionen pauci- oder asymptomatisch verlaufen waren und die Sportler über eine bessere körperliche Kondition verfügen als die meisten anderen Patienten mit COVID-19. © rme/aerzteblatt.de

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Ferdinand Wolfbeißer
am Montag, 8. März 2021, 17:02

Profisportler

gehören erfahrungsgemäß zur jener Bevölkerungsgruppe, der die in der normalen Nahrung enthaltene Menge an Mikronährstoffen nicht genügt.
LNS

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