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Medizin

Leitlinie zur chronischen Herzinsuffizienz schränkt Indikationen für apparative Therapien ein

Freitag, 23. Februar 2018

Stetoskop und Herzschrittmacher auf EEG-Bild /Swapan, adobe.stock.com
Die Indikation für Schrittmacher und Defibrillatoren wurde in der Neuauflage der Leitlinie weiter eingeschränkt auf klinische Charakteristika, bei denen ein klarer Nutzen belegt ist. /Swapan, adobe.stock.com

Berlin/Frankfurt/Würzburg – Der häufigste Grund für eine Klinikeinweisung ist in Deutschland eine chronische Herzinsuffizienz. Da es sich bei den Patienten meist um ältere und multimorbide Menschen handelt, weisen die Autoren der überarbeiteten Neuauflage der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) im Deutschen Ärzteblatt ausdrücklich auf den Medikationsplan hin, der seit Oktober 2016 verpflichtend ist (Dtsch Arztebl Int 2018; 115 (8): 124-30). Dieser soll Ärzten und Apothekern dabei helfen, problematische Ko-Medikationen zu vermeiden.

Zu Beginn steht bei der Diagnose chronische Herzinsuffizienz die kombinierte Stufentherapie mit ACE-Hemmern, Betablockern und Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten, die der Arzt bei Flüssigkeitsansammlungen im Körper durch Diuretika ergänzen soll. Vertragen Patienten diese Therapie nicht, können Sacubitril/Valsartan und Ivabradin helfen.

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Eingeschränkt wurden die Indikationen, bei denen Ärzte apparative Therapien wie implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) und eine kardiale Resynchroni­sationstherapie (CRT) einsetzen sollten. Eine Studie im European Heart Journal zeigte 2013, dass die CRT das Mortalitätsrisiko nur für Patienten mit Linksschenkelblock relativ um 34 %  senken konnte, während Patienten mit Rechtsschenkelblock nicht signifikant von einer CRT profitierten. Weitere Einschränkungen erklären die Autoren in der Versorgungsleitlinie.

Die erste Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie zur chronischen Herzinsuffizienz stammt aus dem Jahr 2009. Im August 2017 haben die Bundes­ärzte­kammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften eine überarbeitete Neuauflage der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) veröffentlicht.

Die Aktualisierung basiert auf einer vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen erstellten Leitliniensynopse und der Leitlinie der European Society of Cardiology von 2016. Darüber hinaus führte das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) weitere Recherchen durch, unter anderem zu strukturierten Versorgungskonzepten, Sacubitril/Valsartan, Ivabradin, ICD und zur CRT. © gie/aerzteblatt.de

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