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Ärzteschaft

Organmangel: Neuer Tiefststand bei Herztrans­plantationen

Freitag, 20. April 2018

/dpa

Berlin – Die Zahl der Herztransplantationen in Deutschland ist nach Angaben von Medizinern wegen des Mangels an Spenderorganen auf ein neues Rekordtief gesunken. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) forderte deshalb heute in Berlin eine grundlegende Reform des Transplantationssystems und die Einführung einer Widerspruchslösung. Das bedeutet, dass Organentnahmen immer möglich sind, solange Unfallopfer oder Angehörige dies nicht ausdrücklich untersagen. In Deutschland dagegen muss derzeit eine Zustimmung eingeholt werden.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland laut DGCH 253 Herztransplantationen durchgeführt worden – das sind dreißig weniger als 2015, dem bisherigen Negativrekord. Der zunehmende Mangel an Spenderorganen zwinge die Herzchirurgen immer häufiger, auf eine zweitbeste Lösung auszuweichen, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG), Wolfgang Harringer.

Diese besteht im Einsatz eines Herzunterstützungssystems, das 1.027 Patienten erhielten: Eine kleine, von außen mit Strom versorgte Pumpe leitet das Blut aus der Herzkammer in die Hauptschlagader und entlastet damit den zu schwachen Herzmuskel.

„Herzunterstützungssysteme wurden entwickelt, um die Wartezeit zur Transplantation zu überbrücken“, sagte Harringer. Sie seien kein gleichwertiger Ersatz für eine Organverpflanzung. Die Überlebenschancen seien deutlich geringer als nach einer Herzverpflanzung. © kna/aerzteblatt.de

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