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Vermischtes

Sport für herzkranke Kinder wichtig

Freitag, 4. Mai 2018

/patrick, stockadobecom

Frankfurt am Main – Herzkranke Kinder sollten ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben dürfen und möglichst keine Einschränkungen erfahren. Darauf hat das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler (ABAHF) im Vorfeld des Tages des herzkranken Kindes am 5. Mai hingewiesen. Denn die Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen bestimmten maßgeblich die körperliche und motorische Entwicklung. Darüber hinaus seien sie entscheidend für die Entfaltung psychosozialer, emotionaler und kognitiver Fähigkeiten.

„Wer einen angeborenen Herzfehler hat, kann Sport treiben – mit wenigen Ausnahmen“, betonte ABAHF-Sprecher Kai Rüenbrink. Laut einer Untersuchung am Universitätsklinikum in Köln könnten rund 85 Prozent von ihnen ohne Einschrän­kungen beim Schulsport mitmachen. Nur bedingt teilnehmen dürften Kinder mit Herzschrittmachern, Kinder, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen oder einen inoperablen Herzfehler haben.

Sporttauglichkeitstest ratsam

Für nur etwa zwei Prozent der herzkranken Kinder müsse ein Sportverbot ausge­sprochen werden. Ratsam sei ein Sporttauglichkeitstest, in dem der behandelnde Kinderkardiologe die Belastbarkeit des Kindes genau dokumentiert, so der Sprecher. Das bringe Eltern, Lehrern oder Trainern mehr Klarheit und beuge einer Überbehütung vor. Welche sportlichen Aktivitäten für ein herzkrankes Kind oder Jugendlichen infrage kommen und welche Risiken zu berücksichtigen sind, „ist immer im Einzelfall vom behandelnden Kinderkardiologen zu beurteilen“, sagte Rüenbrink.

Laut ABAHF sind viele Eltern, Familien und andere Betreuer gut darüber informiert, wie wichtig Bewegung und Sport für das Kind sind. „Dennoch bewegen sich viele herzkranke Kinder zu wenig. Im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen weisen sie deswegen Defizite in ihrer motorischen Entwicklung auf“, sagte Birna Bjarnason-Wehrens vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. Diese ließen sich am besten durch Bewegung ausgleichen.

Eine Möglichkeit dazu böten beispielsweise die bundesweit rund 15 bis 20 Kinderherz­sportgruppen. „Optimal ist es, wenn die Kinder daran teilnehmen, bevor sie in die Schule gehen“, so die Kölner Expertin. Eltern sollten zudem so früh wie möglich darauf achten, dass ihre Kinder, sobald sie sich von dem Eingriff am Herzen erholt haben, in Kindergarten, Schule und Freizeit an allen Aktivitäten teilhaben. „Und zwar so normal und so viel wie möglich“, betonte Bjarnason-Wehrens. © hil/sb/aerzteblatt.de

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