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Medizin

Typ-2-Diabetes: Herz-Kreislauf-Risi­ko bei frühem Krankheitsbeginn am höchsten

Dienstag, 9. April 2019

abhijith3747-stockadobecom

Glasgow – Wer bereits vor dem 40. Lebensjahr einen Typ-2-Diabetes entwickelt, hat nach einer Auswertung des schwedischen Diabetesregisters in Circulation (2019; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.118.037885) das höchste Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkran­kungen und einen vorzeitigen Tod. Im Alter über 80 Jahren hatte ein Typ-2-Diabetes dagegen eine „protektive“ Wirkung.

Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Überernährung, Adipositas und Bewegungs­mangel frühzeitig einen Typ-2-Diabetes entwickeln, hat in den vergangenen Jahrzehnten weltweit zugenommen. Die Folgen lassen sich in Schweden besonders gut untersuchen, da es dort seit 1996 ein nationales Diabetesregister gibt, dem mittlerweile 90 Prozent der Patienten gemeldet werden.

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Naveed Sattar von der Universität Glasgow und Mitarbeiter sind dem Schicksal von 214.278 Patienten nachgegangen, bei denen der Typ-2-Diabetes im Durchschnitt im Alter von 62 Jahren diagnostiziert wurde. Darunter waren 7.253 Patienten, die bereits vor dem 40. Lebensjahr erkrankten. Diese Patienten haben laut den Daten des „Nationella Diabe­tes­registret“ eine um mehr als fünf Jahre verkürzte Lebenserwartung. Während die Lebenserwartung von Schweden im Alter von 20 bis 40 Jahren heute bei über 85 Jahren liegt, wird die Hälfte der Menschen mit Typ-2-Diabetes nach der Analyse von Sattar vor dem 80. Lebensjahr sterben.

Statistisch gesehen war die Sterblichkeit gegenüber einer Kontrollgruppe von gleichal­tri­gen Schweden ohne Typ-2-Diabetes um mehr als das zweifache gesteigert. Sattar ermittelt eine adjustierte Hazard Ratio von 2,05 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,81 bis 2,33. Das Sterberisiko ist vor allem auf einen Anstieg der kardiovaskulären Mortalität (Hazard Ratio 2,72; 2,13 bis 3,48) zurückzuführen.

In den ersten 5,8 Jahren nach der Diagnose kam es bei den jungen Typ 2-Diabetikern häu­figer zu einer koronaren Herzkrankheit (Hazard Ratio 4,33; 3,82 bis 4,91), zum Herzinfarkt (Hazard Ratio 3,41; 2,88-4,04), zum Schlaganfall (Hazard Ratio 3,58; 2,97 bis 4,32) oder zur Herzinsuffizienz (Hazard Ratio 4,77; 3,86 bis 5,89).

Mit steigendem Diagnosealter nahmen die Sterbe- und Erkrankungsrisiken ab. Patienten, bei denen der Typ-2-Diabetes zwischen dem 80. und 90. Lebensjahr auftrat, hatten sogar ein um 7 Prozent geringeres Sterberisiko als Gleichaltrige ohne Typ-2-Diabetes (Hazard Ratio 0,83; 0,80 bis 0,86). Bei einer Erkrankung nach dem 90. Lebensjahr war das Sterbe­risiko bei einem Typ-2-Diabetes sogar und 23 Prozent niedriger (Hazard Ratio 0,77; 0,67 bis 0,88).

Warum ein neu diagnostizierter Typ-2-Diabetes bei hochbetagten Menschen kein Gesund­heitsrisiko mehr darstellt, lässt sich aus der Analyse der Registerdaten nicht ermitteln. Falls sich die Ergebnisse jedoch bestätigen sollten, könnte nach Ansicht von Sattar im hohen Alter auf ein Screening verzichtet werden. Die Früherkennung ist bei jüngeren Menschen umso wichtiger.

Ein Blutzucker-Screening bietet sich der Studie zufolge vor allem bei jungen adipösen Personen an. Der durchschnittliche Body-Mass-Index bei der Diagnose lag bei den unter 40-Jährigen bei 33,6 kg/m2. Er nahm übrigens mit dem höheren Diagnosealter kontinuierlich ab. Menschen, die im Alter von 80 bis 90 Jahren an einem Typ-2-Diabetes erkrankten waren mit einem BMI von 27,3 kg/m2 nur leicht übergewichtig, im Alter über 90 Jahre lag der BMI mit 25,8 kg/m2 sogar an der Grenze zum Normalgewicht. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Dienstag, 9. April 2019, 19:28

Etwas über Diabetes und die Arteriosklerose

http://members.chello.at/meinewebseite/Kolba.htm#Diabeteskorrelationen
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