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Medizin

Frauen werden nach Herzstillstand seltener erfolgreich reanimiert

Mittwoch, 22. Mai 2019

/spkphotostock, stockadobecom

Amsterdam – Frauen, die außerhalb eines Krankenhauses einen Herzstillstand erleiden, werden seltener von Laien reanimiert, und wenn eine Reanimation erfolgt, sind die Überlebenschancen geringer als bei Männern. Dies ist das Ergebnis einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie im European Heart Journal (2019; doi: 10.1093/eurheartj/ehz297).

Das ARREST-Register („AmsteRdam REscustation STudies“) erfasst seit 2006 alle plötzlichen kardialen Todesfälle, die in Nordholland außerhalb einer Klinik auftreten (OHCA). Bis Ende 2012 wurden unter den etwa 1,8 Millionen Erwachsenen 23.359 OHCA registriert. Die jährliche Inzidenz betrug bei Frauen 166,0 und bei Männern 194,8 auf 100.000 Einwohner. Frauen hatten demnach ein um fast 15 % niedrigeres Risiko auf einen OHCA, wie ein Team um Hanno Tan von der Universitätsklinik UMC Amsterdam berichtet.

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Wenn Frauen jedoch einen OHCA erlitten, war ihre Prognose schlechter als bei Männern. Zunächst einmal kommt es auch in den Niederlanden selten zu Wiederbelebungsversuchen. In den meisten Fällen liegt bereits eine Asystolie vor, wenn die Notärzte eintreffen. Das ARREST-Register ermittelte insgesamt 6.675 kardiale Wiederbelebungsversuche durch das Personal der Notfallambulanzen. Vorausgegangen war häufig eine Laienreanimation. Sie erfolgte allerdings bei Frauen mit 67,9 % gegenüber 72,7 % seltener als bei den Männern. Dies traf auch dann zu, wenn ein Augenzeuge den Zusammenbruch des Patienten miterlebt hatte (69,2 gegenüber 73,9 %).

Frauen, die reanimiert wurden, erreichten seltener lebend die Klinik (33,6 versus 36,6 %; Odds Ratio 0,88; 95-%-Konfidenzintervall 0,78 bis 0,99) und sie konnten in der Klinik seltener am Leben erhalten werden (33,1 versus 51,7 %; Odds Ratio 0,49; 0,40-0,60). Am Ende überlebten nur 12,5 % der Frauen den OHCA. Bei den Männern betrug der Anteil 20,1 % (Odds Ratio 0,57; 0,48-0,67).

Der wesentliche Grund für die geringere Überlebensrate ist laut Tan der geringere Anteil von Frauen, bei denen eine defibrillierbare Herzrhythmusstörung vorlag (33,7 versus 52,7 %). Wurde die Analyse auf OHCA beschränkt, bei denen eine defibrillierbare Herzrhythmusstörung vorlag, gab es keinen Unterschied in der Gesamtüberlebensrate zwischen Männern und Frauen.

Warum defibrillierbare Herzrhythmusstörungen bei Frauen seltener sind, konnte die Studie nicht klären. Neben biologischen Gründen, nach denen eine Herzrhythmus­störung bei Frauen schneller zur Asystolie fortschreitet, könnten auch soziale Faktoren von Bedeutung sein. Frauen sind aufgrund ihrer Lebenserwartung häufiger verwitwet als Männer und leben deshalb häufiger allein. Die meisten OHCA ereignen sich in den eigenen 4 Wänden. © rme/aerzteblatt.de

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