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Medizin

Viele Patienten überschätzen Nutzen der Herzkatheter­behandlung

Montag, 2. Dezember 2019

/crevis, stock.adobe.com
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Huddersfield/England – Die meisten Patienten überschätzen offenbar die Möglichkeiten einer perkutanen koronaren Intervention (PCI). Während in einer Umfrage im European Journal of Cardiovascular Nursing (2019; DOI: 10.1177/14745151198790) die Ärzte nur selten davon ausgingen, dass die Dilatation der Koronarien und die Implantation eines Stents eine Koronare Herzkrankheit „heilen“, einen zukünftigen Herzinfarkt verhindern und das Leben verlängern kann, waren die meisten Patienten nach der Aufklärung durch den Arzt davon überzeugt.

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) ist Folge einer Atherosklerose, die in der Regel nicht auf den Abschnitt der Koronararterie begrenzt ist, der bei der PCI geweitet und heute in der Regel mit einem Stent versorgt wird, der eine erneute Verengung verhindern soll. Nur 2 % der Kardiologen, die Felicity Astin von der Universität Huddersfield (bei Leeds) und Mitarbeiter befragt haben, meinten, dass eine PCI eine Heilung der KHK bedeutet. Nur 12 % waren der Ansicht, dass die PCI die Patienten vor einem zukünftigen Herzinfarkt schützt und 3 % gingen davon aus, dass die Behandlung das Leben der Patienten verlängert.

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Ganz anders äußerten sich die Patienten. Mehr als die Hälfte (60 %) glaubte, dass eine PCI ihre KHK „heilen“ würde. Die meisten vertrauten darauf, dass die PCI ihr Risiko auf einen zukünftigen Herzinfarkt verringere (89 % nach dringlicher PCI und 95 % nach elektiver PCI). Ähnlich viele hofften darauf, dass der Herzkatheter ihre Lebensdauer verlängern werde (87 % nach dringlicher PCI und 91 % nach elektiver PCI).

Interessant an diesen völlig gegensätzlichen Ansichten ist, dass die Befragung durchgeführt wurde, nachdem die Ärzte die Patienten über Nutzen und Risiken der PCI aufgeklärt hatten. Beide Seiten waren sich einig, dass die Aufklärung wichtig ist. Den Patienten war es auch wichtig, über alle Risiken informiert zu werden, einschließlich tödlicher Komplikationen, die bei der PCI zwar sehr selten auftreten, aber doch möglich sind.

Die Patienten legten auch Wert darauf, über alternative Behandlungen informiert zu werden (80 % nach dringlicher und 89 % nach elektiver PCI), was die Kardiologen (77 % nach PCI) nicht ganz so häufig für notwendig erachteten – obwohl es die Leitlinien vorschreiben.

Die Umfrage ergab damit, dass Kardiologen und Patienten durchaus unterschiedliche Ansichten zum Inhalt des Aufklärungsgesprächs haben. Einig waren sich beide Seiten über die begrenzte Effektivität: Die Mehrheit der Patienten gab an, dass sie in der Regel die Informationen nicht verstehen würden und 2/3 meinten, dass sie sich später nicht daran erinnern könnten. Auch ein Drittel der Kardiologen meinte, dass die meisten Patienten bei der Aufklärung nicht alles verstehen und mehr als die Hälfte war überzeugt, dass sie den Inhalt schon bald vergessen würden.

Unterschiede bestanden in den Ansprüchen an die Aufklärung. Die meisten Kardiologen bekannten sich zum „informed consent“, also der eigenverantwortlichen Zustimmung eines aufgeklärten Patienten. Nur 27 % der Kardiologen meinten, dass die Patienten sich bei der Entscheidung auf den Arzt verlassen sollten. Bei den Patienten waren 2/3 (66 % nach dringlicher und 62 % nach elektiver PCI) der Ansicht, dass sie bei ihrer Entscheidung letztlich doch vom Arzt abhängig sind. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Montag, 2. Dezember 2019, 18:53

Dieser Artikel zeigt einmal mehr,

dass die Krankheitswirtschaft darauf angewiesen ist, dass die Menschen Krankheiten haben. Aus diesem Grund sind von diesem Wirtschaftssektor keine Daten zu erhalten, was zu machen ist, damit man erst gar nicht der Angebote dieses Wirtschaftssektors bedürftig wird. Andernfalls würde man hier darüber lesen, was Gegenstand dieser Seite ist: http://members.chello.at/meinewebseite/Emai.htm
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