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Studie: Leicht erhöhtes Non-HDL-Choles­terin bereits ab 40 Jahren ein Herz-Kreis­lauf-Risiko

Donnerstag, 5. Dezember 2019

/Sebastian Kaulitzki, adobe.stock.com

Hamburg – Ein erhöhtes Non-HDL-Cholesterin stellt auch für jüngere Menschen langfris­tig ein Herz-Kreislauf-Risiko dar. Dies geht aus neuen Berechnungen im Lancet (2019; doi: 10.1016/S0140-6736(19)32519-X) hervor, die erstmals eine Risiko-Berechnung über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten ermöglichen.

Seit den 1980er-Jahren ist bekannt, dass ein erhöhter Cholesterin-Wert das Fortschreiten der Arteriosklerose beschleunigt, wobei die Gefahr vom Non-HDL-Cholesterin ausgeht, während dem HDL-Cholesterin eine protektive Wirkung zugeschrieben wird.

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In der Folge wurden in den USA (Framingham-Score), Europa (ESC-Kalkulator) und in Deutschland (PROCAM-Test) Risikokalkulatoren entwickelt, die das Herz-Kreislauf-Risiko in Abhängigkeit vom Cholesterinwert angeben.

In den vergangenen Jahren ist die Risikokalkulation zunehmend zur Grundlage für die Indikation für eine cholesterinsenkende Therapie geworden. In den USA wird mittlerweile auch bei „normalen“ Cholesterinwerten zu einer Therapie geraten, wenn das Ausgangs­risiko erhöht ist.

Die Risikokalkulatoren gelten als zuverlässig, sie geben jedoch nur eine Prognose über einen Zeitraum von zehn Jahren ab. Für jüngere Menschen mit einem niedrigen Aus­gangs­­risiko, ist die Gefahr gering, in dieser Zeit einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Selbst bei erhöhten Cholesterinwerten besteht deshalb keine Indikation für eine Behand­lung mit Cholesterinsenkern.

Ein Team um Stefan Blankenberg vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) stellt jetzt Risikoberechnungen für einen Zeitraum von 30 Jahren vor. Die Grundlage bildete eine Datensammlung des Multinational Cardiovascular Risk Consortium, die 398.846 Personen aus 38 bevölkerungsbasierten Kohorten umfasst.

Die Personen wurden über maximal 43,6 Jahre (median 1,5 Jahre) beobachtet. In der Zeit wurde bei 54.542 Personen eine Koronare Herzkrankheit oder ein Schlaganfall diagnosti­ziert. Dies ermöglichte die Aufstellung von Inzidenzkurven über einen Zeitraum von 30 Jahren.

Sie zeigen, dass bereits ein leicht erhöhtes Non-HDL-Cholesterin das Risiko erhöhen kann. Bei Frauen ging ein Non-HDL-Wert von 2,6 bis 3,7 mmol/l mit einem um 10 % er­höhten Langzeitrisiko (gegenüber dem Normalwert von 2,6 mmol/l) einher. Die Hazard Ratio war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,0 bis 1,3 signifikant. Ein Non-HDL-Wert von über 5,7 mmol/l erhöhte das langfristige Risiko um 90 % (Hazard Ratio 1,9; 1,6 bis 2,2).

Für Männer war das Risiko ähnlich: Die Hazard Ratios betrugen 1,1 (1,0 bis 1,3) für ein Non-HDL-Cholesterin von 2,6 bis 3,7 mmol/l und 2,3 (2,0 bis 2,5) für einen Non-HDL-Wert von von über 5,7 mmol/l.

Die langfristigen Kalkulationen zeigen, dass jüngere Personen bereits bei leicht erhöhten Cholesterinwerten gefährdet sind. Die Autoren führen dies auf eine akkumulierende Wir­kung zurück. In der Konsequenz läuft dies darauf hinaus, niedrigere Werte bei jüngeren Menschen ebenso aggressiv zu therapieren wie höhere Werte bei älteren Menschen.

Die Forscher haben dies für einige Szenarien durchgerechnet. Danach könnte ein 40-jäh­riger Mann (ohne weitere Risikofaktoren) durch eine Cholesterinsenkung sein Lebens­zeit­risiko auf Herzinfarkt oder Schlaganfall beispielsweise von 19 auf 4 % vermindern, schreiben die Mediziner. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Samstag, 14. Dezember 2019, 19:31

Leicht erhöhtes Non-HDL-Cholesterin kein Risikofaktor, sondern ein Indikator,

Avatar #786228
hanstreffer
am Freitag, 6. Dezember 2019, 18:29

Statistik ist keine Realität

Risikokalkulationen haben nichts mit dem echten Menschen zu tun. Das ist exakt das Score Verfahren der Schufa bei Pharma
LNS
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