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Medizin

Herzerkrankungen bei Kindern nach Krebstherapie rückläufig

Mittwoch, 29. Januar 2020

/Sura Nualpradid, stock.adobe.com

Memphis – Seit den 1970er-Jahren gab es einen messbaren Rückgang von schweren Herz­­erkrankungen bei Überlebenden von Krebserkrankungen im Kindesalter. Das berich­ten Wissenschaftler um Daniel Mulrooney vom St. Jude Children’s Research Hospital in Memphis im British Medical Journal (doi 10.1136/bmj.l6794).

Viele erwachsene Überlebende von Krebs im Kindesalter leiden laut den Autoren unter Gesundheitsschäden, die mit ihrer Krebstherapie zusammenhängen. Beispielsweise könne die Bestrahlung des Herzens im späteren Leben zu Herz- und Kreislaufproblemen führen.

„In den letzten Jahren hat sich die Krebstherapie darauf konzentriert, die Heilungsraten zu verbessern und gleichzeitig zu versuchen, die langfristigen Nebenwirkungen zu mini­mieren, aber die Auswirkungen dieser Veränderungen bei den Überlebenden sind nicht klar“, schreiben die Forscher.

Ihre Ergebnisse basieren auf mehr als 23.000 Erwachsenen aus der Childhood Cancer Survivor Study. Sie wurden in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren behandelt und waren zum Zeitpunkt ihrer Krebserkrankung jünger als 21 Jahre.

Mit Hilfe von Fragebögen wurden 5 Herzkrankheiten – Herzinsuffizienz, koronare Herz­krankheit, Herzklappenfehler, Perikarderkrankung und Herzrhythmusstörungen – erfasst.

Die Forscher haben auch weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthoch­druck und Cholesterinspiegel, Rauchen, Bewegung und Gewicht einbezogen. Unter Be­rücksichtigung dieser potenziellen Einflussfaktoren sank das Risiko einer koronaren Herz­krankheit signifikant von 0,38 % in den 1970er-Jahren auf 0,24 % in den 1980er-Jahren und 0,19 % in den 1990er-Jahren.

Die Ergebnisse deuten zudem auf einen Rückgang des Risikos einer Herzinsuffizienz bei den in den 1990er-Jahren behandelten Patienten hin, der allerdings statistisch nicht sig­nifikant war. Das Risiko für andere kardiale Endpunkte blieb unverändert.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bemühungen, die Krebstherapien bei Kin­dern zu modifizieren und die Gesundheitsüberwachung der Überlebenden zu fördern, nicht nur in Bezug auf die Gesamtüberlebenszeit, sondern auch in Bezug auf späte uner­wünschte Auswirkungen auf das Herz allmählich Vorteile zeigen“, folgern die Wissen­schaftler.

Sie schränken aber ein, dass es sich bei der Untersuchung um eine Beobachtungsstudie handelt. Außerdem stütze sich die Studie auf selbstberichtete kardiologische Ergebnisse, und fast 1/3 der infrage kommenden Überlebenden entschied sich gegen die Teilnahme, was die Ergebnisse möglicherweise beeinflussen könnte. © hil/aerzteblatt.de

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