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Medizin

Unregelmäßiger Schlaf erhöht Herz-Kreis­lauf-Risiko

Freitag, 6. März 2020

/Focus Pocus LTD, stock.adobe.com

Boston – Ein häufiger Wechsel der Schlafgehzeiten und der Schlafdauer können das Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. In einer prospektiven Beobachtungs­studie erkrankten Erwachsene mit unregelmäßigen Schlafgewohnheiten doppelt so häufig an Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Das Risiko war laut der Publikation im Journal of the American College of Cardiology (2020; doi: 10.1016/j.jacc.2019.12.054) unabhängig von etablierten Herz-Kreislauf-Risiken.

Frühere Studien an Schichtarbeitern haben gezeigt, dass Störungen der zirkadianen Rhythmik der Gesundheit schaden. Zu den beobachteten Folgen gehören Adipositas, Diabetes und Herzerkrankungen. Unregelmäßige Schlafzeiten treten jedoch nicht nur berufsbedingt auf. Auch der Lebensstil kann zu starken Schwankungen der Nachtruhe führen.

In der MESA-Studie („Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis“), die an mehr als 6.000 Erwachsenen in 6 US-Städten die Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Alter erforscht, hatte 1/3 Abweichungen der Schlafdauer von mehr als 90 Minuten, und bei 1/4 schwankte der Beginn der Nachtruhe um mehr als 90 Minuten. Dies zeigten die Antworten in einem Fragebogen.

Sie wurden durch die Aufzeichnungen eines Aktometers bestätigt, den 1.992 Teilnehmer der Studie über 7 Tage getragen hatten. Außerdem hatten sie eine Nacht im Schlaflabor verbracht.

In den folgenden median 4,9 Jahren kam es bei 45 bis 84 Jahre alten Teilnehmern zu 111 kardiovaskulären Ereignissen, die ein Team um Tianyi Huang vom Brigham and Women's Hospital in Boston mit den Aufzeichnungen zu den Schlafeigenschaften in Beziehung setzte.

Ergebnis: Mit den Unterschieden in der Schlafdauer stieg das kardiovaskuläre Risiko. Die Assoziationen waren dosisabhängig, was in epidemiologischen Studien als Hinweis auf eine Kausalität gewertet wird. Bei Schwankungen von weniger als 60 Minuten war kein Risiko erkennbar.

Bei Unterschieden von 61 bis 90 Minuten betrug die Hazard Ratio 1,09. Sie war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,62 bis 1,92 allerdings nicht signifikant. Auch bei Unterschieden um 91 bis 120 Minuten war mit einer Hazard Ratio von 1,59 (0,91 bis 2,76) noch kein sicherer Zusammenhang erkennbar.

Wenn die Schlafdauer allerdings um mehr als 2 Stunden variierte, kam es mit einer Hazard Ratio von 2,14 (1,24 bis 3,68) mehr als doppelt so häufig zu Herzinfarkt, Schlag­an­fall oder anderen kardiovaskulären Ereignissen.

Auch für die Schlafengehzeiten war eine dosisabhängige Assoziation erkennbar. Die Hazard Ratio betrug 1,16 (0,64 bis 2,13) ​​bei Schwankungen des Schlafzeitpunkts um 31 bis 60 Minuten. Sie stieg auf 1,52 (0,81 bis 2,88) bei Variationen um 61 bis 90 Minuten und auf signifikante 2,11 (1,13 bis 3,91), wenn die Abweichungen im Durchschnitt mehr als 90 Minuten betrugen.

Der Einfluss der Schlafeigenschaften blieb bestehen, wenn bekannte kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Body-Mass-Index, systolischer Blutdruck, Raucherstatus und Gesamt­cholesterin berücksichtigt wurde. Er war in der Studie auch unabhängig von der durch­schnittlichen Schlafdauer, Schlafstörungen oder einer Schlafapnoe.

Dies deutet darauf hin, dass eine Störung des Tag-Nachtrhythmus für das erhöhte Risiko verantwortlich ist. Experimentelle Studien haben gezeigt, dass Gene wie clock, per2 und bmal1, die die zirkadiane Rhythmik steuern, einen deutlichen Einfluss auf Herz-Kreislauf-Funktionen wie Blutdruck oder Endothelfunktion haben.

Sie könnten das Risiko von arteriellen Thrombosen (Auslöser der meisten Herzinfarkte und Schlaganfälle) und den Umbau des Herzmuskels nach einem Infarkt („remodeling“) beeinflussen. © rme/aerzteblatt.de

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