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Medizin

Eine Entscheidungshilfe für den richtigen Ischämietest

Freitag, 6. März 2020

/sudok1, stock.adobe.com

Berlin – Internationale Leitlinien empfehlen, bei Patienten mit Verdacht auf eine myokardiale Ischämie eine nichtinvasive Untersuchung durchzuführen, bevor über eine Revaskularisierung entschieden wird.

Welches der dafür verfügbaren Verfahren bei welchen Patienten und welchen Krankheitsbildern am besten geeignet ist und wann ein invasiver Test angezeigt ist, zeigt ein von der Quantitative Cardiac Imaging Study Group in Nature Reviews Cardiology veröffentlichtes Konsensusdokument (doi: 10.1038/s41569-020-0341-8).

Herzstück der Publikation ist eine Tabelle, in der die Verfahren auf einer Skala von 1 bis 9 bewertet werden. Verfahren mit einem Punktwert von 1 bis 3 gelten als ungeeignet für bestimmte Indikationen oder Patientengruppen (alter, Geschlecht, BMI usw.). Bei einem Punktwert von 4 bis 6 ist die Eignung des jeweiligen Verfahrens unklar. Ab einem Punktwert von 7 ist das Verfahren empfehlenswert.

Die Tabelle ist das Ergebnis eines systematischen, mehrstufigen Bewertungsverfahrens, mit dem die Wissenschaftler um den Radiologen Marc Dewey von der Charité-Univer­sitätsmedizin Berlin die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Techniken erörtert haben. Unbeachtet bleibt dabei, ob die Technik erstattungsfähig ist. (Dieser Aspekt war jedoch Inhalt eines kürzlich erschienen Beitrags im Deutschen Ärzteblatt.)

Für manche Erkrankungsformen zeichnet sich klar ab, dass eine Methode allen anderen überlegen ist, während bei anderen mehrere Methoden in Frage kommen.
Patienten, bei denen zusätzlich eine Herzinsuffizienz vorliegt, profitieren dem Konsensuspapier zufolge beispielweise am meisten von einer Magnetresonanz­tomografie (MRT). Sie ermöglicht neben der Durchblutungsmessung auch eine Beurteilung der Herzfunktion und den Nachweis einer Fibrose.

Invasive Flussmessungen dagegen sind sehr gut geeignet bei Patienten mit bekannter koronarer Herzkrankheit (KHK) oder einer hohen Wahrscheinlichkeit für eine KHK.
Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) ermöglicht dem interdisziplinären Autorenteam zufolge die absolute Quantifizierung am genauesten und sei deshalb besonders für Patienten mit einer KHK mehrerer Gefäße geeignet.

Die Szintigrafie sei das am breitesten verfügbare Verfahren, mit dem dank neuer Technologien jetzt auch eine Quantifizierung möglich sei.

Die Echokardiografie ist laut dem Konsensusdokument die Methode der Wahl, wenn Ärzte den Blutfluss im Herz von bettlägerigen Patienten darstellen wollen, da die Untersuchung am Krankenbett durchführbar ist.

Auch mit einer Computertomografie (CT) lässt sich die Durchblutung messen und sie ermöglicht als einziges Verfahren, Verengungen und Ablagerungen an den Herzkranz­gefäßen gleichzeitig darzustellen.

Auch Patienten sollten Zugang haben

„Unser Konsensusdokument hilft, die bestmögliche Diagnosestrategie auszuwählen, und könnte daher dazu beitragen, individualisierte Vorschläge für die nachfolgende Therapie zu entwickeln“, so Dewey in einer Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK).

Der Berliner Radiologe hält es außerdem für wichtig, dass auch Patienten Zugang zu dieser Tabelle haben, um sie zu befähigen, ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen einzubringen.

Dewey erwartet, dass die Empfehlungen erst einmal für 4 bis 5 Jahre gültig bleiben, bevor sie angesichts der stetig fortschreitenden Technologien überarbeitet werden müssen. © nec/aerzteblatt.de

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