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Studie: COVID-19 erhöht Zahl der plötzlichen Todesfälle

Mittwoch, 20. Januar 2021

/PhotobyTawat, stock.adobe.com

New York – Zu den möglichen Komplikationen von COVID-19 gehört auch ein plötzlicher Herztod. Forscher aus der Lombardei, dem Großraum Paris und jetzt auch aus New York City berichten über einen Anstieg der Menschen, die außerhalb der Klinik tot aufgefunden wurden.

Bereits im Mai letzten Jahres war einem Team um Simone Savastano von der Policlinico San Matteo in Pavia aufgefallen, dass während der ersten Welle der Erkrankung die Zahl der plötzlichen Todesfälle außerhalb von Kliniken (OHCA), die dem Register “Lombardia CARe“ gemeldet wurden, gegen über dem Vorjahreszeitraum um 58 % gestiegen war (NEJM, 2020; DOI: 10.1056/NEJMc2010418).

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Französische Kardiologen machten eine ähnliche Beobachtung. Eloi Marijon und Mitarbeiter vom Hôpital Européen Georges Pompidou berichteten, dass die wöchentliche Inzidenz der OHCA sich auf dem Höhepunkt der Erkrankungswelle im Großraum Paris von 13,42 auf 26,64 pro 1 Million Einwohner (Lancet Public Health, 2020; DOI: 10.1016/S2468-2667(20)30117-1) nahezu verdoppelt hatte.

Stavros Mountantonakis vom Northwell Health-Lenox Hill Hospital in New York City und Mitarbeiter ermittelten in einer früheren Studie für die US-Metropole sogar eine Zunahme der OHCA um den Faktor 2,89 (JACC, 2020; DOI: 10.1016/j.jacc.2020.07.021).

Da SARS-CoV-2 den Herzmuskel angreift, was sich in einem Anstieg des Herzinfarktmarkers Troponin bei vielen Patienten zeigt, ist ein Zusammenhang pathophysiologisch plausibel. Auch der gelegentlich fulminante Verlauf der Erkrankung mit Lungenversagen und Thromboembolien könnte dazu beitragen, dass einige Patienten sterben, bevor sie die Klinik erreichen.

Die aktuelle Analyse in Heart Rhythm (2021; DOI: 10.1016/j.hrthm.2020.11.022) unterstreicht noch einmal die mögliche Kausalität. Mountantonakis hat die Seroprävalenz der Bevölkerung in den einzelnen Stadtbezirken mit der Zahl der OHCA in Beziehung gesetzt. Die Korrelation war eindeutig: Dort, wo es die meisten Infektionen gegeben hatte (in einigen Gegenden bis zu 50,9 %), waren auch die meisten OHCA aufgetreten. Dass dies allein auf die vermehrten Infektionen zurückzuführen war, kann die Studie natürlich nicht belegen.

Der Anstieg ließe sich mit der Vermeidung von Arztkontakten aus Angst vor einer Infektion in der Klinik erklären. Dass die inzwischen verlassene Behandlung mit Hydroxychloroquin und Azithromycin, die beide das QTc-Intervall verlängern, für den Anstieg mitverantwortlich war, erscheint dagegen unwahr­scheinlich, da die Behandlung in der Regel in der Klinik erfolgte. © rme/aerzteblatt.de

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