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Medizin

Framingham Heart Study: Präeklampsie erhöht Schlaganfallrisiko im späteren Leben

Mittwoch, 30. Juni 2021

/Gorodenkoff, stock.adobe.com

Salt Lake City –Frauen, die während der Schwangerschaft an einer Präeklampsie erkranken, haben im späteren Leben ein mindestens 3-fach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Dies kam in einer Analyse der Framingham Heart Study heraus, die jetzt in JAMA Network Open (2021; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.5077) veröffentlicht wurde.

Bei etwa 8 % aller Frauen kommt es während der Schwangerschaft zu einer Hypertonie, die häufig von einer Proteinurie und Ödemen begleitet wird. Der Blutdruck normalisiert sich in der Regel nach der Ge­burt des Kindes, frühere Studien haben jedoch gezeigt, dass die kardiovaskuläre Morbidität der Frauen erhöht bleibt.

Zu den möglichen Spätfolgen zählt ein Schlaganfall. Der Zusammenhang lässt sich jedoch schwer be­wei­sen, da zwischen der Schwangerschaft und dem Alter, in dem Schlaganfälle auftreten, mehrere Jahr­zehnte liegen.

Eine der wenigen Studien, die Frauen über einen derart langen Zeitraum begleitet hat, ist die Framing­ham Heart Study. Die Studie wurde 1948 begonnen und hat die Teilnehmer und ihre Kinder seither regel­mäßig nach ihren Lebensumständen und Erkrankungen befragt.

Ein Team um Adam de Havenon hat jetzt die Daten von 1.435 Frauen ausgewertet, von denen 169 sich zu Beginn der Studie im Alter von durchschnittlich 44,4 Jahren an eine frühere Präeklampsie erinnern konnten. Diese Frauen waren jünger, sie rauchten häufiger, hatten einen höheren diastolischen Blut­druck und waren zudem häufiger wegen eines zu hohen Cholesterinspiegels in Behandlung als die übrigen Frauen ohne Präeklampsie in der Vorgeschichte.

Während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 32 Jahren erlitten 231 Frauen einen Schlaganfall. Nach Berücksichtigung der bekannten kardiovaskulären Risikofaktoren ermittelt de Havenon für die Frauen mit einer Präeklampsie in der Vorgeschichte ein mehr als 3-fach höheres Risiko auf einen Schlaganfall im späteren Leben (relatives Risiko RR 3,79; 1,24 bis 11,60). Das Risiko war vor allem auf ischämische Schlaganfälle (RR 4.13; 1,11 bis 15,40) zurückzuführen. Für hämorrhagische Schlaganfälle war kein signifikanter Zusammenhang nachweisbar. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Donnerstag, 1. Juli 2021, 06:26

Bei der Framingham-Studie

ist zu bekritteln, dass bei ihr nicht Personen beobachtet werden, die aktiv etwas gegen den Festigkeitsverlust von Bindegeweben einsetzen. Der Umstand, dass Gefäße dem Blutdruck standzuhalten haben und hoher Blutdruck als Risikofaktor angesehen wird, bedeutet, dass die Gefäßgesundheit auch eine Angelegenheit der Festigkeit der Gefäßgewebe ist. Seltsamerweise befindet sich in der Liste der Abhilfen zur Arteriosklerose-Vorbeugung keine, welche auf die Erhaltung der Festigkeit der Gefäßgewebe abzielt. Es ist doch davon auszugehen, dass gesunde Gefäße auch einem höheren Druck gewachsen sind als dem im Normalbetrieb auftretenden ohne hierbei Schaden zu nehmen. Es ist daher falsch, die Aufmerksamkeit bloß auf den Druck zu richten, die Festigkeit der Gefäßgewebe jedoch zu vernachlässigen.
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