MedizinKardiologieStudien Kardiologie
Studien
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

WHO und EMA: Myokarditis seltene Komplikation von mRNA-Impfstoffen

Montag, 12. Juli 2021

/guteksk7, stock.adobe.com

Amsterdam – Nach der US-Impfkommission geht jetzt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon aus, dass es nach Impfungen mit mRNA-Vakzinen in seltenen Fällen bei jüngeren zumeist männ­lichen Personen zu einer Myokarditis oder Perikarditis kommen kann.

Der Pharmakovigilanz­ausschuss PRAC der europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) riet Ende der Woche, die Komplikation in die Fachinformationen von Comirnaty (BNT162b2) von Biontech/Pfizer und Spikevax (mRNA-1273) von Moderna aufzunehmen. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) veröf­fent­lichten im Morbidity and Mortality Weekly Report (2021; DOI: 10.15585/mmwr.mm7027e2) aktuelle Zahlen aus den USA.

Anzeige

Die Einschätzung des PRAC beruht auf einer eingehenden Analyse von 145 Fällen einer Myokarditis, die im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nach der Impfung mit Comirnaty aufgetreten waren. Nach der Verimpfung von Spikevax wurden 19 Fälle beobachtet. Bis Ende Mai wurden im EWR rund 177 Millionen Dosen Comirnaty und 20 Millionen Dosen Spikevax verabreicht.

Laut PRAC treten die Komplikationen in der Regel innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung auf und zwar häufiger nach der 2. Dosis. Betroffen sind vor allem jüngere erwachsene Männer. In 5 Fällen, die sich im EWR ereigneten, verlief die Komplikation tödlich. Alle waren entweder im fortgeschrittenen Alter oder hatten Begleiterkrankungen.

Die Todesfälle stehen im Gegensatz zu den Berichten aus den USA. Dem „Vaccine Adverse Event Repor­ting System“ (VAERS), das die CDC zusammen mit der Arzneimittelbehörde FDA eingerichtet hat, wurden bis zum 11. Juni 1.226 Verdachtsfälle gemeldet (bei 296 Millionen verimpften Dosen, davon 22 Millionen an jüngere Menschen im Alter von 12 bis 29 Jahren).

In den USA sind ebenfalls die meisten Fälle (76 %) nach der 2. Dosis aufgetreten. Die CDC konnte bisher 484 Fälle überprüfen. Von den 323, die die Falldefinition der CDC erfüllten, wurden 309 hospitalisiert. Die meisten (95 %) konnten nach einem milden Verlauf jedoch bereits wieder nach Hause entlassen werden. Todesfälle sind laut CDC bisher nicht aufgetreten.

Einig sind sich alle Seiten, dass die Myokarditiden oder Perikarditiden den Einsatz der mRNA-Impfstoffe auch bei jüngeren Menschen nicht infrage stellen. Die Erkrankungen verlaufen milde und in den meisten Fällen komme es unter einer konservativen Behandlung mit Ruhe und nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) innerhalb kurzer Zeit zu einer Besserung, heißt es in der Pressemitteilung der WHO.

Der PRAC rät jedoch zur Vorsicht. Die geimpften Patienten sollten auf die äußerst seltene Komplikation aufmerksam gemacht werden, die sich durch Atemnot, Palpitationen oder auch Brustschmerzen bemerk­bar macht. Zur Vorsicht sollten die Patienten dann einem Kardiologen vorgestellt werden. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Stellenangebote

    NEWSLETTER