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Medizin

Kardiale Vorläuferzellen könnten zur Therapieoption nach Herzinfarkt werden

Freitag, 27. Mai 2022

/dpa

München – Kardiale Vorläuferzellen könnten nach einem Herzinfarkt neues Herzmuskelgewebe bilden. Das berichtet eine internationale Arbeitsgruppe in der Fachzeitschrift Nature Cell Biology (DOI: 10.1038/s41556-022-00899-8).

Nach einem Infarkt sterben bekanntlich Herzmuskelzellen und Blutgefäße ab. Stattdessen bilden sich Fibrosen, also Narbengewebe. Ein experimenteller Ansatz, um zerstörtes Herzgewebe wiederherzustellen, sind Stammzelltherapien. Die Arbeitsgruppe verweist darauf, dass bereits in früheren Studien mit aus Stammzellen entwickelten Kardiomyozyten experimentiert wurde.

„Hierbei kam es aber häufig zu Nebenwirkungen wie unregelmäßigem Herzschlag und tödlichen Herzrhythmusstörungen“, berichten die Forscher.

Das Team um Karl-Ludwig Laugwitz, Professor für Kardiologie an der Technischen Universität München (TUM), setzt hingegen auf kardiale Vorläuferzellen aus humanen pluripotenten Stammzellen (HVPs). Diese Zellen sind maßgeblich bei der Bildung des Herzens beteiligt. Aus ihnen differenzieren sich nach und nach die unterschiedlichen Zelltypen des Herzmuskels, darunter auch Kardiomyozyten.

Dem Forschungsteam ist es gelungen, große Mengen solcher kardialen Vorläuferzellen aus menschlichen embryonalen pluripotenten Stammzellen herzustellen.

„Wir konnten in Laborversuchen zeigen, wie kardiale Vorläuferzellen die geschädigten Areale im Herz gewissermaßen aufspüren können, gezielt dorthin wandern und sich in funktionsfähige Herzzellen ausdifferenzieren. Darüber hinaus verhindern sie aktiv die Bildung von Narbengewebe, indem sie Fibroblasten abwehren“, berichtet Laugwitz, der die Klinik und Poliklinik Innere Medizin I des Klinikums rechts der Isar der TUM leitet.

Die Arbeitsgruppe untersuchte an Schweinen, wie wirksam eine Therapie von Herzschäden mit HVPs ist. Die Studie zeigte, dass Schäden am Herz zuverlässig und ohne schwerwiegende Nebenwirkungen repariert werden können.

In den kommenden Monaten und Jahren wollen die Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse zu einer Therapie für Herzpatientinnen und -patienten weiterentwickeln. Ziel ist es, innerhalb der nächsten 2 Jahre mit klinischen Studien zum therapeutischen Einsatz von HVPs zu beginnen.

An der Arbeit haben Forscher der Technischen Universität München (TUM) und ihres Universitätsklinikums rechts der Isar mitgewirkt, des schwedischen Karolinska Institutet, des Biotech-Start-ups Procella Therapeutics und des Unternehmens AstraZeneca. hil © hil/aerzteblatt.de

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