szmtag Idiopathische Gesichtsschmerzsyndrome
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Hintergrund: Idiopathische Gesichtsschmerzsyndrome treten vergleichsweise selten auf. Die bis vor Kurzem fehlende einheitliche Klassifikation führte dazu, dass viele Ärzte sowie Zahnärzte im Umgang mit diesen Erkrankungen und insbesondere deren Therapie nicht vertraut sind. Daher erhalten Patienten häufig keine adäquate Behandlung.

Methode: Diese Arbeit basiert auf einer selektiven Literaturrecherche in PubMed mit Fokus auf den aktuellen Leitlinien und den internationalen Gesichtsschmerzklassifikation (ICOP).

Ergebnisse: ICOP unterteilt Gesichtsschmerzen in sechs große Gruppen, wobei sich die ersten drei mit Erkrankungen der Zähne, des Zahnhalteapparates und des Kiefergelenkes beschäftigen. Die verbleibenden drei Gruppen werden hier vorgestellt: Der attackenartige Gesichtsschmerz ähnelt meist bekannten Kopfschmerzsyndromen wie zum Beispiel der Migräne, ist allerdings unterhalb der Orbitomeatallinie lokalisiert. Die Therapie dieser Syndrome folgt den Leitlinien regulärer Kopfschmerzen. Der persistierende idiopathische Gesichtsschmerz (PIFP) ist eine chronische Schmerzerkrankung mit dauerhaften undulierenden Schmerzen im Gesicht und/oder Zähnen ohne morphologisches Korrelat. Da die Schmerzen nach invasiven Eingriffen zur Chronifizierung neigen, sollten keine zahnärztlichen Eingriffe bei gesundem Zahnstatus vorgenommen werden. Die Behandlung orientiert sich an der von neuropathischen Schmerzen, beispielsweise mit Antidepressiva und Antikonvulsiva. Neuropathische Gesichtsschmerzen sind ebenfalls undulierend und stetig. Sie werden häufig als brennend beschrieben und neuralgiforme Attacken können zusätzlich vorkommen. Die Trigeminusneuralgie ist davon abzugrenzen mit kurz einschießenden Schmerzen hoher Intensität von maximal zwei Minuten Dauer. Therapiert wird primär medikamentös, erst bei Versagen oder Unverträglichkeit sollte eine invasive Therapieoption erwogen werden.

Schlussfolgerung: Anhand pragmatischer Einteilungen lassen sich dauerhafte und attackenartige primäre Gesichtsschmerzen verhältnismäßig leicht voneinander differenzieren und folglich therapieren.

LNSLNS

Gesichtsschmerzpatienten stehen in einem Spannungsfeld unterschiedlicher medizinischer Bereiche und ärztlicher Kompetenzen. Die Schmerzanamnese und -lokalisation führt dazu, dass sich viele Patienten initial und auch im Verlauf bei Zahnärzten vorstellen (1, 2). Beim Großteil der Patienten liegt eine dentale Ursache für die Schmerzen vor und zahnärztliche Experten sind die richtigen Ansprechpartner beziehungsweise können bei anderen morphologischen Befunden die Patienten an die entsprechenden Ärzte benachbarter Disziplinen, beispielsweise Hals-Nasen-Ohren-Ärzte (HNO) bei chronischer Sinusitis, verweisen. Es handelt sich dann wie bei Kopfschmerzen definitionsgemäß um sekundäre Schmerzen, wobei diese lediglich Symptome (mit Warnfunktion) einer zugrunde liegenden Erkrankung sind. Gemeinsamkeit dieser Syndrome ist, dass häufig eine interventionelle Therapie indiziert ist.

Ein Teil der Patienten zeigt jedoch bei sehr ähnlichen oder sogar identischen Symptomen kein greifbares organisches intra- oder extraorales Korrelat. Diese Schmerzen haben keine Warnfunktion, sondern stellen die Erkrankung an sich dar (primäre Schmerzen). Betroffene Patienten sollten vornehmlich konservativ therapiert werden. Die Tabelle zeigt beispielhaft demografische und klinische Charakteristika von 411 Gesichtsschmerzpatienten (Durchschnittsalter 52 ± 15,3 Jahre, 72 % weiblich) der Kopf- und Gesichtsschmerzambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Charakterisierung von 411 Gesichtsschmerzpatienten der Kopf- und Gesichtsschmerzambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf*
Tabelle
Charakterisierung von 411 Gesichtsschmerzpatienten der Kopf- und Gesichtsschmerzambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf*

In der Praxis gestaltet sich die Identifizierung dieser Patienten nicht immer leicht, obwohl die korrekte Diagnosestellung für den Therapieerfolg und die Vermeidung unnötiger Eingriffe elementar ist. Auch wenn mit wenigen anamnestischen Fragen eine Diagnose gestellt werden kann (Grafik), ist die Situation für Zahnärzte kritisch, weil sie vor Ort wenig direkte Ansprechpartner mit Expertise in der Behandlung von nichtdentalen Gesichtsschmerzen haben.

Flussdiagramm zur diagnostischen Anamnese bei primären/idiopathischen Gesichtsschmerzen
Grafik
Flussdiagramm zur diagnostischen Anamnese bei primären/idiopathischen Gesichtsschmerzen

Die Einführung der ersten international anerkannten Gesichtsschmerz-Klassifikation, der „international classification of orofacial pain“ (ICOP), Anfang 2020 (3) soll dabei helfen, auch Gesichtsschmerzsyndrome wissenschaftlich standardisiert aufzuarbeiten und in Zukunft besser zu verstehen. Hinsichtlich des Aufbaus und auch inhaltlich lehnt sie sich eng an die international erfolgreiche Kopfschmerzklassifikation (ICHD-3) (4) an. ICOP unterteilt Gesichtsschmerzen in sechs Übergruppen (Kasten 1).

Internationale Gesichtsschmerzklassifikation (erste Edition)
Kasten 1
Internationale Gesichtsschmerzklassifikation (erste Edition)

Im Folgenden geben wir einen Überblick über die am häufigsten vorkommenden, klinisch relevanten Gesichtsschmerzsyndrome der letzten drei Gruppen.

Attackenartige faziale Kopfschmerzsyndrome

Primäre Kopfschmerzsyndrome wie der Clusterkopfschmerz oder die Migräne (5) sind wohlbekannt. Weniger bekannt ist eine Gruppe von Gesichtsschmerzsyndromen, die in der Praxis für diagnostische und therapeutische Unsicherheit sorgen, nämlich die fazialen Varianten primärer Kopfschmerzen (6, 7). Die Besonderheit dieser seltenen Schmerzsyndrome liegt in ihrer ausschließlich fazialen Lokalisation, zum Beispiel in der Wange oder im Unterkiefer, unterhalb der Orbitomeatalline (8). Sonst entsprechen sie weitestgehend in ihrem charakteristischen Auftreten, den Begleitsymptomen sowie der Therapie den jeweiligen Kopfschmerzen, beispielsweise der Migräne oder dem Clusterkopfschmerz. Die faziale Migräne hat also neben der typischen Zeiteinheit (Attacken von 4–72 Stunden) auch vegetative Begleitsymptome, während zum Beispiel die Schmerzattacken des fazialen Clusters zwischen 15 Minuten und 3 Stunden andauern und mit autonomen Begleitsymptomen einhergehen. Die neue ICOP-Klassifikation widmet ihnen ein eigenes Kapitel (3). Wichtigste und häufigste Vertreter dieser Syndrome sind die faziale Migräne (2,3 % aller Migränepatienten) und der faziale Clusterkopfschmerz (14,8 % aller Clusterpatienten) (6). Grundsätzlich können aber alle primären Kopfschmerzsyndrome, inklusive seltener trigemino-autonomer oder primär stechender Kopfschmerzen, auch oder sogar ausschließlich im Gesicht auftreten (9, 10). In unserem eigenen Patientenkollektiv liegt der Anteil der Patienten mit Ausstrahlung der Schmerzen auch ins Gesicht bei etwa 10 % (Tabelle).

Betroffene Patienten berichten klassischerweise über attackenartige Schmerzen der Zähne, des Ober- oder Unterkiefers. Entscheidend ist, dass die Gesichtsschmerzen attackenartig auftreten und die Dauer zum Beispiel einer Migräne (4–72 Stunden) oder der eines Clusterkopfschmerzes (30–180 Minuten) entspricht. Meist bestehen auch die gleichen Begleitsymptome wie beim Kopfschmerzäquivalent, allerdings treten Auren bei der fazialen Migräne praktisch nie auf und trigemino-autonome Begleitsymptome erscheinen beim fazialen Clusterkopfschmerz deutlich weniger ausgeprägt (6).

Ob es sich bei den reinen attackenartigen Gesichtsschmerzsyndromen um eine in den zweiten und dritten Ast des Trigeminus „gerutschte“ Kopfschmerzerkrankung oder tatsächlich um eigenständige Syndrome handelt, ist nicht geklärt (11). Sicher ist, dass es gewisse Unterschiede zwischen der Kopf- und der Gesichtsvariante zu geben scheint und dass eine faziale Schmerzlokalisation selten, aber nicht außergewöhnlich ist. Als Faustregel für den Kliniker kann gelten, dass die Therapie dieser Syndrome analog zu den regulären Kopfschmerzen erfolgen sollte und dann auch meist effektiv ist (6) (Grafik, Kasten 2).

Medikamentöse Therapieoptionen der Gesichtsschmerzsyndrome
Kasten 2
Medikamentöse Therapieoptionen der Gesichtsschmerzsyndrome

Persistierender idiopathischer Gesichtsschmerz

Anders als bei den eben beschriebenen attackenartigen Gesichtsschmerzen ist der persistierende idiopathische Gesichtsschmerz („persistent idiopathic facial pain“, PIFP) eine chronische Schmerzerkrankung, deren zugrunde liegende Mechanismen unzureichend verstanden sind (12). Er ist durch stetige, teilweise über den Tag undulierende Schmerzen des Gesichts und/oder der Zähne in Abwesenheit eines objektivierbaren neurologischen Defizits gekennzeichnet. Früher war der PIFP unter dem Namen atypischer Gesichtsschmerz bekannt, wobei der Begriff „atypisch“ als Abgrenzung zur „typischen“ attackenartigen Trigeminusneuralgie erstmals 1924 beschrieben wurde (13). Obwohl nur begrenzte epidemiologische Daten vorliegen, ist festzuhalten, dass PIFP wahrscheinlich eine seltene Erkrankung ist. Die Inzidenz des PIFP liegt nach Daten einer Untersuchung aus den Niederlanden bei 4,4 (95-%-Konfidenzintervall: [3,2; 5,9])/100 000 Personenjahre (14), die Lebenszeitprävalenz betrug in einer bevölkerungsbasierten Studie aus Essen 0,03 % (15). Insgesamt sind Frauen mit einem Anteil von circa 75–90 % deutlich häufiger betroffen (14, 16). Meist tritt die Erkrankung zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf (16).

Klinik des persistierenden idiopathischen Gesichtsschmerzes

Die Schmerzen bei Patienten mit PIFP bestehen zumeist über den gesamten Tag. Nur wenige Patienten berichten von längeren Schmerzpausen. Nachts wird der Schlaf meistens nicht durch den Schmerz gestört und insbesondere nach dem Aufwachen berichtet ein Teil der Patienten über eine kurze schmerzfreie Zeit (meistens ≤ 30 Minuten), bevor der Schmerz beginnt. Betroffen sind eine, nicht selten später beide Gesichtshälften, wobei ein Maximum oft über den Wangen und im Oberkiefer gespürt wird. Auch ein Ausstrahlen in den Unterkiefer, Hinterkopf, Ohr, Schulter oder Arm ist möglich, jedoch eher untypisch (16). Der Schmerz unduliert über den Tag mit meist mittlerer und seltener starker Schmerzintensität. Vegetative oder autonome Begleitsymptome wie bei den oben genannten attackenartigen Gesichtsschmerzen bestehen nicht. Zusätzliche abgrenzbare Attacken oder neuralgische Komponenten kommen ebenfalls nicht vor. In Abgrenzung zu neuropathischen Gesichtsschmerzen gibt es keine sensorische Negativ-Symptomatik (Hypästhesie, Anästhesie), allerdings berichten manche Patienten über das subjektive Gefühl von Schwellungen, häufig nasolabial auf der betroffenen Gesichtshälfte. Eine Unterform des PIFP ist die sogenannte atypische Odontalgie beziehungsweise PIDAP („persistent idiopathic dentoalveolar pain“), der identisch zu der oben beschriebenen Symptomatik ist, aber ausschließlich streng lokal auf einen oder zwei Zähne begrenzt bleibt und sich auch nicht ausbreitet (3).

Im klinischen Alltag ist der PIFP bei Fehlen jeglicher Pathologie eine Ausschlussdiagnose. Meist setzen die Schmerzen ein, wenn vor Kurzem ein kleiner (zumeist zahnärztlicher) Eingriff im betroffenen Gebiet durchgeführt wurde (12). Es ist jedoch oft unklar, ob die Schmerzen Anlass eines medizinischen Eingriffs waren oder ob eben jener Eingriff die Schmerzen auslöste (17). Festzuhalten bleibt, dass einem Großteil der Patienten unserer Ambulanz Zähne aus schmerztherapeutischer Indikation extrahiert wurden.

Insbesondere die Zusammenarbeit mit Zahnärzten und Kieferchirurgen ist elementar wichtig. Darüber hinaus sollten gegebenenfalls aber auch andere Fachärzte wie HNO-Ärzte konsultiert werden. Besonders oft stellen sich die Patienten bei Zahnärzten mit dem expliziten Wunsch einer Behandlung des vermeintlich betroffenen Gebietes beziehungsweise Zahnes vor. Häufig kommt es lokal nach zahnärztlichen Eingriffen zu zeitweiligen Verbesserungen, jedoch treten dann an anderen Zähnen und im zeitlichen Verlauf auch wieder an den ursprünglichen Lokalisationen Beschwerden auf. Daraufhin setzt sich nicht selten ein Teufelskreis aus weiteren invasiven Eingriffen in Gang, der – getragen vom Wunsch des Patienten nach Schmerzlinderung und der guten Absicht des zahnärztlichen Kollegen – zu immer weiteren Zahnextraktionen führt. Im Laufe einer solchen Patientenkarriere verlieren Betroffene gegebenenfalls viele primär gesunde Zähne (Abbildung) und haben trotzdem weiterhin Schmerzen im gesamten Mund- und Gesichtsbereich.

48-jähriger Patient, dem aufgrund seiner linkseitigen Gesichtsschmerzen Zähne gezogen wurden
Abbildung
48-jähriger Patient, dem aufgrund seiner linkseitigen Gesichtsschmerzen Zähne gezogen wurden

Therapie des persistierenden idiopathischen Gesichtsschmerzes

Die erste Regel lautet: Keine weiteren operativen Eingriffe bei gesundem Zahnstatus! Im Allgemeinen neigen die Schmerzen nach invasiven Eingriffen zur Chronifizierung oder breiten sich auf einen anderen trigeminalen Ast oder sogar die Gegenseite aus (12). Aus diesem Grund empfiehlt die S1-Leitline der deutschen Gesellschaft für Neurologie, auf zahnmedizinische Eingriffe zu verzichten und nur absolut notwendige Interventionen durchzuführen (18). Ein therapeutisches Dilemma für Zahnärzte, Schmerztherapeuten und Patienten ist das gleichzeitige Vorliegen eines PIFP und Erkrankungen der Zähne beziehungsweise Zahnhalteapparates und/oder benachbarter Strukturen. In diesen Fällen ist es wichtig, den Stellenwert der jeweiligen Erkrankung einzuschätzen und gleichzeitig an einem vorwiegend konservativen Therapiekonzept festzuhalten.

Da bisher keine randomisierten kontrollierten Studien zur pharmakologischen Therapie des PIFP existieren, entsprechen alle Empfehlungen dem S1-Standard (Handlungsempfehlungen von Experten). Im Wesentlichen gleicht die pharmakologische Therapie der eines neuropathischen Schmerzes. Besonderen Stellenwert haben hierbei Antidepressiva, zum Beispiel Amitriptylin 10–150 mg, Duloxetin 60 mg oder Doxepin 10–150 mg, und Antikonvulsiva wie Gabapentin 1 200–2 400 mg oder Pregabalin 150–300 mg (18). Wie bei der Therapie neuropathischer Schmerzen könnten Kombinationstherapien sinnvoll sein (19) (Kasten 2). Ein wichtiger Baustein bei einer interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie besteht in verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, wobei ein adäquateres Schmerzmanagement und eine realistische Schmerzeinschätzung die Hauptziele sind (20). Letzteres bezieht sich auf die Erkenntnis, dass der Schmerz nicht einfach durch eine erneute Zahnbehandlung verschwinden wird. Die frühzeitige Einbindung schmerzpsychologischer Kollegen ist ratsam und sollte regelhaft erfolgen.

Neuropathische Gesichtsschmerzen

Die Klinik der neuropathischen Gesichtsschmerzen ist fast identisch mit der des PIFP, allerdings ist die Schmerzqualität häufig brennend und neuralgiforme Attacken können zusätzlich vorkommen (21). Die entscheidende klinische Abgrenzung zum PIFP ist eine Läsion des Nerven: meist im Sinne einer permanenten Hyp- oder Dysästhesie oder auch Allodynie im Bereich der Schmerzen. Neuropathische Gesichtsschmerzen treten auf nach Gesichtstraumata oder Eingriffen aufgrund von Gesichtstumoren. Zusätzliche prominente nichttraumatische Beispiele sind der Herpes Zoster und die Trigeminusneuralgie. Zur Therapie von Neuropathien wird an dieser Stelle auf einen exzellenten Review von Binder und Baron (22) hingewiesen und im Weiteren nur auf die Trigeminusneuralgien eingegangen, bei der sich in den letzten zwei bis drei Jahren mehrere wichtige Neuerungen ergaben. Auch auf das „burning mouth syndrome“ (Zungenbrennen) (23, 24), das häufig den neuropathischen Gesichtschmerzsyndromen zugerechnet wird (Folge einer Grunderkrankung, Vitaminmangel), gehen wir nicht näher ein.

Trigeminusneuralgie

Die Trigeminusneuralgie (TN) ist sicherlich der prominenteste Vertreter unter den neuropathischen Gesichtsschmerzsyndromen. Sie ist durch Sekunden(-bruchteil) andauernde, einschießende, lancierende Schmerzattacken hoher Intensität gekennzeichnet. Die Lebenszeitprävalenz wird auf 0,16–0,3 % geschätzt (15, 25) und das mittlere Alter bei Ersterkrankung liegt in der sechsten Lebensdekade (25). Betroffenen ist hauptsächlich das Versorgungsgebiet des zweiten Trigeminusastes, seltener das des dritten und sehr selten das des ersten Astes (25, 26).

Die Kriterien der eingangs genannten Klassifikationen (3, 4) besagen, dass die Attacken streng einseitig auftreten sollten und in der Tat bleibt ein bilaterales Auftreten klinisch die absolute Ausnahme. Jedoch können ipsilateral durchaus mehrere Versorgungsgebiete betroffen sein (27, 28). Typisch ist außerdem, dass die Attacken nicht nur spontan auftreten, sondern bei Berührungen, Essen oder Trinken einsetzen können (29), sodass die Auslösbarkeit mittlerweile ein Diagnosekriterium ist (3). Dies ist leider auch ein typischer Fallstrick, denn nicht jede triggerbare Attacke im Gesicht ist eine Neuralgie und nicht jede Neuralgie ist triggerbar. Entscheidender für die Diagnose einer Neuralgie ist das neuralgiforme stromschlagartige und sekundenlang anhaltende Auftreten der Attacken.

Häufig wird verkannt, dass die TN bei sehr vielen Patienten durch ein episodenhaftes Auftreten und sogar Spontanremissionen gekennzeichnet ist. Anders als bei primären Kopfschmerzerkrankungen wie dem Clusterkopfschmerz (30) oder der Migräne (31) zeigt sich der zeitliche Verlauf jedoch unberechenbarer (25).

Zusätzlich zur namensgebenden neuralgischen Schmerzkomponente berichtet ungefähr die Hälfte der Patienten von dauerhaften Schmerzen im betroffenen Gesichtsbereich (32). Diese Schmerzkomponente besteht bei einigen Patienten sogar vor dem Einsetzen der typischen Attacken als sogenannte „pre-trigeminal neuralgia“ (33). Gerade in der Neurochirurgie wird die TN deshalb auch in eine episodische (Typ 1) und konstante (Typ 2) Form unterschieden (3). Bewährt und letztlich durchgesetzt hat sich allerdings die Einteilung der TN anhand des neurovaskulären Kontakts („neurovascular contact“, NVC) zwischen kleinen Gefäßen und dem Trigeminusnerv (N. V) an seinem Ein- und Austritt im Bereich des Kleinhirnbrückenwinkels (34). Unterschieden werden nunmehr die klassische TN, bei der in der Magnetresonanztomografie oder perioperativ ein NVC mit morphologischen Veränderungen der Nervenwurzel nachgewiesen wird, von der idiopathischen TN. Letztere zeigt bei identischem klinischen Bild keinen Gefäßkontakt (Kasten 3) (3, 4). Abzugrenzen sind beide von der sekundären TN, die auf eine Grunderkrankung wie Tumoren oder Multiple Sklerose zurückzuführen ist.

Trigeminusneuralgie
Kasten 3
Trigeminusneuralgie

Eine wichtige Erkenntnis der letzten Jahre ist, dass die Tatsache eines Gefäßnervenkontaktes nicht für die Klinik oder die Operationsindikation, sondern das Ausmaß des daraus resultierenden Nervenschadens entscheidend ist (35): Ein schwerwiegender NVC (mit Verlagerung und/oder Atrophie der Nervenwurzel) wurde deutlich häufiger auf der betroffenen Seite festgestellt und ist auch ein Prädiktor für die Wirksamkeit der operativen Therapie (27).

Diagnostische Aufarbeitung einer Trigeminusneuralgie

Da anhand der Anamnese nicht zwischen den genannten Untergruppen der TN unterschieden werden und somit eine symptomatische Genese nicht ausgeschlossen werden kann, wird in jedem Fall eine hochauflösende Magnetresonanzbildgebung empfohlen (36, 37).

Therapie der Trigeminusneuralgie

Zur langfristen Therapie der TN empfehlen die europäische und nationale Leitlinie primär eine medikamentöse Therapie. Erst bei Versagen oder Unverträglichkeit dieser Therapie ist ein operativer Eingriff indiziert (36, 37) (Kasten 2).

Bewährt und etabliert hat sich hierbei Carbamazepin als Substanz der ersten Wahl, wobei 90 % initial und immerhin noch 50 % der Patienten langfristig gut auf diese Therapie ansprechen (37). Das ähnlich gut wirksame Oxcarbazepin scheint grundsätzlich besser verträglich zu sein, jedoch liegen weniger Studien vor (37).

Andere Antikonvulsiva wie Lamotrigin oder Gabapentin wurden in kleinen Studien untersucht. Die Datenlage ist jedoch schlecht, sodass jeweils nur eine „schwache Empfehlung“ auf „Grundlage niedriger Evidenz“ für eine Mono- und/oder Add-on-Therapie ausgesprochen wird (36). Als Sonderfall ist zusätzlich der mögliche Off-Label-Einsatz vom Prostaglandin-Analogon Misoprostol bei sekundärer TN aufgrund einer Multiplen Sklerose zu nennen (37, 38). Akute Exazerbationen einer TN können eine stationäre Aufnahme der Patienten mit intravenöser Gabe von Phenytoin (36, 37) oder Lidocain (36) notwendig werden lassen, wobei die Evidenz dieser Therapien niedrig ist.

Beim Vorliegen einer klassischen Trigeminusneuralgie, also mit Verlagerung und/oder Atrophie der Nervenwurzel, sollte bei konservativ nicht beherrschbaren Attacken eine mikrovaskuläre Dekompression (nach Jannetta) durchgeführt werden (36). Neuroablative Verfahren (mechanisch, thermisch, radiochirurgisch) des trigeminalen Ganglions sind ebenfalls effektiv, allerdings aufgrund des Nebenwirkungsprofils zweite Wahl (36).

Ausblick

Mit Ausnahme der Trigeminusneuralgie befindet sich die Erforschung insbesondere primärer/idiopathischer Gesichtsschmerzen noch in den Kinderschuhen. Die große Hoffnung besteht, dass durch die neue Gesichtsschmerzklassifikation wissenschaftliche Anstrengungen besser gebündelt und somit sich auch die Therapiemöglichkeiten in den nächsten Jahrzehnten verbessern werden. Zum aktuellen Zeitpunkt sollte ein besonderes Augenmerk auf der interdisziplinären Zusammenarbeit von Schmerztherapeuten insbesondere mit Zahnärzten und Kieferchirurgen liegen (18, 37).

Interessenkonflikt
Dr. Ziegeler wurde für Beratertätigkeiten honoriert von Lilly, Novartis und Teva. Er bekam Vortragshonorare von Allergan, Lilly, Novartis und Teva.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 21. 6. 2020, revidierte Fassung angenommen: 3. 9. 2020

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Arne May
Institut für Systemische Neurowissenschaften
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
a.may@uke.de

Zitierweise
Ziegeler C, Beikler T, Gosau M, May A: Idiopathic facial pain syndromes—an overview and clinical implications.
Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 81–7.
DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0006

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

cme plus

Dieser Beitrag wurde von der Nordrheinischen Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung zertifiziert. Die Fragen zu diesem Beitrag finden Sie unter http://daebl.de/RY95. Einsendeschluss ist der 11. 2. 2022.

Die Teilnahme ist möglich unter cme.aerztebatt.de

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Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Thomas Beikler
Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG),
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Martin Gosau
48-jähriger Patient, dem aufgrund seiner linkseitigen Gesichtsschmerzen Zähne gezogen wurden
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48-jähriger Patient, dem aufgrund seiner linkseitigen Gesichtsschmerzen Zähne gezogen wurden
Flussdiagramm zur diagnostischen Anamnese bei primären/idiopathischen Gesichtsschmerzen
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Flussdiagramm zur diagnostischen Anamnese bei primären/idiopathischen Gesichtsschmerzen
Internationale Gesichtsschmerzklassifikation (erste Edition)
Kasten 1
Internationale Gesichtsschmerzklassifikation (erste Edition)
Medikamentöse Therapieoptionen der Gesichtsschmerzsyndrome
Kasten 2
Medikamentöse Therapieoptionen der Gesichtsschmerzsyndrome
Trigeminusneuralgie
Kasten 3
Trigeminusneuralgie
Charakterisierung von 411 Gesichtsschmerzpatienten der Kopf- und Gesichtsschmerzambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf*
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Charakterisierung von 411 Gesichtsschmerzpatienten der Kopf- und Gesichtsschmerzambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf*
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Avatar #105213
Ströbele
am Sonntag, 21. Februar 2021, 07:23

Eine der besten CME seit Langem

Unbedingt auch im Zahnärzteblatt! Und: Wo sind die Leserforen geblieben, in denen man angstfrei mit Kollegen kommunizieren konnte?

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