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Medizin

Neue Optionen in der Schlaganfall­prävention bei Vorhofflimmern

Donnerstag, 28. April 2022

/picture alliance, Bildagentur-online

Mannheim – Die Schlaganfallprävention bei Personen mit Vorhof­flimmern könnte sich in den nächsten Jahren durch die breitere Anwendung des Vorhofohrver­schlusses sowie den Einsatz von Faktor-XI-Hemmern, so der Tenor einer Veranstal­tung auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).

Direkte Faktor-Xa-Hemmer sind aktuell der Standard in der Schlag­anfallprävention bei Personen mit Vorhofflimmern. Die Anwendung von Vitamin-K-Antagonisten empfiehlt die Leitlinie der European Society of Cardiology dagegen nur noch bei mechanischer Herzklappe und einer relevanten Mitralklappenstenose.

Bei Menschen mit stark erhöhtem Blutungsrisiko rät die Leitlinie zu einem Vorhof­ohrverschluss. Aktuell beschränkt sich die Empfehlung nur auf diese Personen­gruppe. Das könnte sich allerdings in den nächsten Jahren ändern.

Durch einen chirurgischen Verschluss des linken Vorhofs lässt sich das Schlagan­fall­risiko bei bestehendem Vorhofflimmern im Vergleich zu keinem Verschluss senken. Das zeigte eine im Juni 2021 im New England Journal of Medicine veröffentliche Studie (NEJM, 2021; DOI: 10.1056/NEJMoa2101897). In einem Online Beitrag hat das Deutsche Ärzteblatt darüber berichtet.

Mittlerweile sei es Pflicht bei Personen, die sich einer herzchirurgi­schen Operation unterziehen, das Vorhofohr zu verschließen, sagt Andreas Böning von der Uniklinik in Essen und Koautor der Studie.

Die Teilnehmenden der Studie würden nach seiner Aussage noch weitere 10 Jahre beobachtet werden. Unter anderem auch, um festzustellen, ob es möglich wäre, die orale Antikoagulation nach dem Eingriff abzusetzen. Denn dazu gäbe es bisher keine Daten.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass wir zu einem wirklich individuali­sier­ten Schlag­an­fallmanagement kommen werden,“ erzählt Ulf Landmesser von der kardiolo­gischen Klinik der Charité in Berlin.

Bei Personen mit einem hohen ischämischen Risiko, aber ohne zu hohe Blutungs­gefahr sei die Kombination aus Vorhofohrverschluss und oraler Antikoagulation eventuell der effizienteste Weg.

Um das zu klären, bräuchte es allerdings noch weitere Studien, sagt Landmesser. Landmesser evaluiert aktuell den Nutzen des interven­tio­nellen Vorhofohrver­schlusses bei Patienten mit Vorhofflimmern und einem erhöhten Schlaganfall- und Blutungsrisiko in der CLOSURE-AF-Studie.

Mehr als 615 Patienten an über 40 aktiven Zentren seien bereits in die Studie eingeschlossen worden. Eine weitere künftige Option zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern könnte die Faktor-XI-Hemmung sein.

Eine Phase-2-Studie mit 753 Patienten untersuchte das Blutungsrisi­ko bei Einnahme von Asundexian, einem neuen oralen Faktor- XIa-Hemmer.

Im Vergleich zu Apixaban zeigte sich eine signifikante Reduktion schwerer Blutungen (Lancet, 2022; DOI: 10.1016/S0140-6736(22)00456-1). Für die Prävention ischämischer Ereignisse ließe sich aufgrund der geringen Fallzahl allerdings noch keine Aussage treffen, erläutert Landmesser. © mim/aerzteblatt.de

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