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Ärzteschaft

Risikofaktoren können Schlaganfallgefahr auf 90 Prozent steigern

Freitag, 10. Mai 2019

/peterschreiber.media, stockadobecom

Berlin – Die bekannten Risikofaktoren für einen ischämischen Schlaganfall wirken zu­sammen und können das Risiko für einen Hirnschlag um das 20-Fache steigern. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hin. „Weist ein Patient zehn Risiko­faktoren auf, beträgt sein Schlaganfallrisiko 90 Prozent“, schreibt die Fachgesellschaft im Vorfeld des „Tages gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai.

83 Prozent aller Schlaganfälle sind ischämischer Natur, das heißt, es kommt durch den Verschluss oder die Verengung eines hirnversorgenden Blutgefäßes zur Minderversor­gung eines Hirnareals mit Sauer- und Nährstoffen.

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Laut einer Ende Februar im Fachmagazin Neurological Research and Practice, erschiene­nen Studie (2019; doi: 10.1186/s42466-019-0010-8) hat sich die Zahl der ischämischen Schlaganfälle zwischen 2010 und 2016 in Deutschland um 10,2 Prozent erhöht, von 206.688 auf 227.687. „In Sachen Schlaganfall­prävention bleibt viel Luft nach oben“, er­klärte daher Peter Berlit, Generalsekretär der DGN.

Risikofaktoren für den ischämischen Schlaganfall sind unter anderem Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, Bewegungsmangel, Vorhofflimmern und Fettstoffwechselstörungen. Auch Alkoholkonsum, ein hoher Taille-Hüft-Quotient, psychischer Stress und Depression können zum Schlaganfallrisiko beitragen.

Laut der DGN addieren sich die Risikofaktoren für den ischämischen Schlaganfall nicht nur, sondern potenzieren sich: Diabetes mellitus erhöht das Risiko um den Faktor zwei bis drei, ebenso Zigarettenrauchen. Bluthochdruck schlägt sogar mit dem Faktor sechs bis acht zu Buche.

Je höher die Blutdruckwerte sind, desto mehr steigt auch das Schlaganfallrisiko – bis zum zwölffachen. Die absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern führt ebenfalls zu einem min­des­tens fünffach erhöhten Schlaganfallrisiko. „Wer unbehandelt zu hohe Blutdruckwerte und eine absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern hat, setzt sich einem bis zu 20-fach erhöhten Schlaganfallrisiko aus“, erläuterte die DGN.

„Wenn zehn Risikofaktoren vorliegen, beträgt die Schlaganfallwahrscheinlichkeit 90 Pro­zent“, erklärte der deutsche Studienleiter der Interstroke-Studie, Hans-Christoph Diener. Die Studie hat die Risikofaktoren des ischämischen Schlaganfalls untersucht.

„Wir möchten daher zum Tag gegen den Schlaganfall für die Prävention sensibilisieren: Jeder kann durch einen gesunden Lebensstil und Medikamententreue sein persönliches Schlaganfallrisiko deutlich senken“, so Diener. © hil/aerzteblatt.de

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