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Bevölkerung spielt bei Schlaganfallhilfe entscheidende Rolle

Montag, 7. Oktober 2019

/ BillionPhotos.com, stock.adobbe.com

Berlin – Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) hat auf die Bedeutung der Aufklä­rungsarbeit beim Kampf gegen Schlaganfälle hingewiesen. Die Information der Bevölkerung sei dabei ein Schlüsselelement.

Der DSG zufolge sind Schlaganfälle eine der häufigsten Ursachen für Behinderungen im Erwachsenenalter. Meist sei ein Blutgerinnsel schuld: Bei 85 Prozent der Schlaganfälle wird eine Gehirnarterie durch einen Blutpfropf blockiert, dahinterliegende Gehirnbereiche werden von der Durchblutung abgeschnitten und so geschädigt. Deutlich seltener geht der Insult auf das Reißen eines Blutgefäßes im Gehirn zurück.

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„Was auch immer die Ursache ist – ein Schlaganfall ist immer ein medizinischer Notfall“, sagte DSG-Pressesprecher Wolf-Rüdiger Schäbitz. Denn mit jeder Minute, die bis zum Einsetzen der Therapie vergehe, steige das Risiko für bleibende Schäden. Noch immer tragen laut DSG bis zu 40 Prozent der überlebenden Schlaganfall-Patienten dauerhafte Einschränkungen davon. Das Bewusstsein dafür sei in der Bevölkerung mittlerweile weit verbreitet.

Dennoch sind laut DSG viele Menschen unsicher, wie sie einen Schlaganfall erkennen können. „Als schnelle und laientaugliche Entscheidungshilfe hat sich der sogenannte FAST-Test bewährt, der die häufigsten Schlaganfallsymptome abfragt“, sagte Schäbitz. FAST stehe dabei für Face, Arm, Speech und Time: Zunächst wird der Betroffene um ein Lächeln gebe­ten (Face). Verzieht sich dabei das Gesicht einseitig, deutet das auf eine Gesichtslähmung hin.

Im zweiten Schritt soll die Person die Arme nach vorne strecken und dabei die Hand­flächen nach oben drehen. Bei einer – meist einseitigen – Lähmung kann ein Arm die Hebung und/ oder Drehung nicht mitvollziehen. Schließlich wird der Betroffene noch gebeten, einen einfachen Satz nachzusprechen (Speech). Gelingt dies nicht oder nur sehr undeutlich, ist das ebenfalls als Warnsignal zu werten. „Ist einer der drei Tests auffällig, muss sofort die 112 gewählt werden“, erklärte Schäbitz. Das vierte Stichwort „Time“ solle daran erinnern, dass dann jede Minute zählt.

Schlaganfall-ähnliche neurologische Symptome wie Bewusstseinsstörungen, Lähmungen und starke Kopfschmerzen können der Fachgesellschaft auch bei Patienten mit schwerer Migräne oder Epilepsie auftreten. „In diesen Fällen spricht man von Schlaganfall-Mimics“, erläuterte der Sprecher. Auch hier müsse in jedem Fall schnell reagiert und sofort das Rettungssystem aktiviert werden – denn ob es sich nicht doch um einen Schlaganfall handelt, wird am besten in der nächsten Stroke-Unit geklärt.

„Wir haben die Abläufe in der Klinik vom Eintreffen bis zum Therapiebeginn weitgehend optimiert“, sagte Schäbitz. Auch die Zeit bis zum Eintreffen in der Stroke-Unit, die soge­nannte präklinische Prozesskette, gelte es, noch weiter zu verbessern und immer wieder aktiv daran zu arbeiten. „Hier liegt tatsächlich der größte Spielraum für die erfolgreiche Behandlung. Und bei diesem sind wir auch auf die Mithilfe und die Aufmerksamkeit jedes Einzelnen angewiesen“, verwies er. Die Bemühungen zur Aufklärung der Bevölkerung dürften daher auf keinen Fall nachlassen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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