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Hochschulen

Millionenförderung für Forschung zu Autoimmun-Gehirn­entzündungen

Montag, 18. November 2019

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Jena – Neurologen, Physiologen, Neuroimmunologen und Mikroskopieexperten von neun Forschungsinstitutionen in Deutschland, Österreich und Spanien werden sich in den nächsten drei Jahren mit Autoimmun-Enzephalitiden befassen. Die Deutsche Forschungs­gemeinschaft fördert die Arbeit der „SYNABS“ genannten Gruppe mit knapp vier Millio­nen Euro. Sprecher ist der Neuroimmunologe Christian Geis vom Universitätsklinikum Jena.

Autoimmun bedingte Gehirnentzündungen wurden in der medizinischen Fachliteratur vor rund zehn Jahren erstmals beschrieben. Ausgelöst durch bestimmte Tumoren, Infektionen oder zumeist noch ohne erkenntliche Ursache werden Antikörper gegen Neurotrans­mitter-Rezeptoren im zentralen Nervensystem produziert, die die Signalübertragung an den Synapsen der Nervenzellen stören. Die Folgen können Verwirrtheit, Psychosen, epi­lep­tische Anfälle oder Bewusstseinsstörungen sein.

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„Wir wollen ein detailliertes Verständnis für die Mechanismen der verschiedenen Formen von Autoimmun-Enzephalitiden entwickeln“, beschreibt Geis das Ziel der Forschergruppe. Dazu werden die Forscher die Krankheitsmechanismen für verschiedene Rezeptoren auf molekularer Ebene, im Tiermodell und unter Verwendung humaner Gewebe und rekombi­nanter Antikörper untersuchen.

„In jedem unserer acht Teilprojekte arbeiten sowohl Spezialisten aus der klinischen-expe­rimentellen Forschung als auch Grundlagenwissenschaftler mit besonderer methodischer Expertise“, erläuterte Stefan Hallermann, Neurophysiologe an der Universität Leipzig und stellvertretender Sprecher der Gruppe, den interdisziplinären Forschungsansatz.

Für Patienten mit Autoimmun-Encephalitiden steht laut den Forschern derzeit nur eine allgemeine Therapie zur Verfügung, die unspezifisch die Immunreaktion unterdrückt. „Mit unserem translationalen Forschungsprogramm wollen wir diese Erkrankungen besser ver­­stehen und unter Einsatz moderner Biotechnologie neue und zielspezifische Therapie­ansätze entwickeln“, so Geis. © hil/aerzteblatt.de

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