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Medizin

Mit individuellem Rhythmus lassen sich gezielt Hirnareale hemmen

Mittwoch, 16. September 2020

/Jackie Niam, stock.adobe.com

Leipzig – Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissen­schaften (MPI CBS) in Leipzig ist es gelungen, ohne einen operativen Eingriff ein einzelnes Areal im Gehirn sehr passgenau in seiner Funktionsweise zu beeinflussen.

Möglich wurde dies, indem die Forscher zuvor für jede Person den individuellen Hirn­rhythmus bestimmten, der auftritt, wenn man eine Berührung wahrnimmt. Die Arbeit ist in der Zeitschrift Neuroimage erschienen (DOI: 10.1016/j.neuroimage.2020.11717).

An der Studie nahmen 20 gesunde Probanden teil, acht von ihnen waren Frauen. 17 weitere Personen dienten als Kontrollgruppe. Die Wissenschaftler bestimmten zunächst die somatosensorische sogenannte Alpha-Spitzenfrequenz (mu-tACS) jedes Studien­teilnehmers. Mit dieser persönlichen Frequenz konnten sie mithilfe der sogenannten transkraniellen Wechselstromstimulation sehr gezielt ein einzelnes Hirnareale modulieren.

„In früheren Studien hatte sich die Konnektivität breit verteilt in verschiedenen Hirnarealen verändert. Der Strom suchte sich ungezielt seinen eigenen Weg im Gehirn und beeinflusste dadurch recht ungenau verschiedene Hirnareale gleichzeitig“, erläuterte Christopher Gundlach aus der Arbeitsgruppe.

In einer Vorstudie hatten die Neurowissenschaftler bereits beobachtet, dass diese Form der Stimulation nicht nur den Austausch der anvisierten Hirnnetzwerke mit anderen Netzwerken verringert. Sie wirkt sich auch auf die darin verarbeitete Fähigkeit aus – im vorliegenden Fall dem Tastsinn.

Hemmten die Forscher das zuständige somatosensorische Netzwerk, erhöhte sich die Wahrnehmungsschwelle. Die Personen nahmen erst Reize wahr, wenn sie entsprechend stark waren. Regten sie die Region hingegen an, sank der Schwellenwert.

„Die gezielte Veränderung des Hirnrhythmus hält nur kurz an. Sobald die Stimulation ausgeschaltet wird, verschwindet der Effekt wieder“, erklärte der Studienleiter Bernhard Sehm. Laut den Forschern sind die Studienergebnisse aber dennoch ein wesentlicher Schritt hin zu einer gezielten Therapie von Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson oder Depression. © hil/aerzteblatt.de

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