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FIFA-Medizin­direktor: Gehirner­schütterungen ernster nehmen

Freitag, 7. Mai 2021

/picture alliance, Sven Sonntag Via Revierfoto

Zürich – Gehirnerschütterungen im Fußball müssen ernster genommen werden. Das hat der FIFA-Medi­zindirektor Andrew Massey angemahnt. Der Chef der medizinischen Abteilung des Weltfußball-Verban­des ist Mitinitiator der Kampag­ne, durch Regeländerungen Spieler bei einer Kopfverletzung besser zu schützen.

„Wir haben den Ernst der Lage in der Vergangenheit nicht erkannt“, sagte der Nordire in einem Video bei fifa.com. „Wir müssen diese Verletzungen vermeiden und mögliche Fälle besser managen.“

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Die Wahrnehmung von Gehirnerschütterungen solle verändert werden, sagte der ehemalige Teamarzt des FC Liverpool. „Wenn wir nicht von Gehirnerschütterungen, sondern von Gehirnverletzungen spre­chen, dann nehmen das die Menschen gleich viel ernster“, meinte er und warnte: „Es kann Langzeit­fol­gen geben.“

Schon bei der Club-WM im Januar in Katar hatte die FIFA eine neue Regel zum Schutz bei Kopfver­let­zun­gen getestet. Danach konnte beim Verdacht einer Gehirnerschütterung ein Spieler ersetzt werden, ohne dass dies zulasten des Auswechselkontingents des Teams ging. „Unser Slogan ist: im Zweifel lieber auswechseln“, meinte Massey. „Da darf man kein Risiko eingehen.“

Die Teamärzte sollen zudem die Möglichkeit erhalten, anhand eines Videos am Spielfeldrand die Szene, in der sich der Spieler verletzt hat, noch einmal anzusehen. Damit kann der Mediziner besser beurteilen, ob eine Gehirnerschütterung wahrscheinlich ist, und entsprechend handeln.

Mittelfeldspieler Christoph Kramer von Borussia Mönchengladbach meinte, es sei sehr schwierig, „he­rauszufiltern, wann man eine Gehirnerschütterung hat und wann nicht“. Der 30-Jährige hatte im ge­wonnenen WM-Finale 2014 eine Gehirnerschütterung erlitten.

Er hatte nach seinem Zusammenprall mit dem Argentinier Ezequiel Garay noch fast eine Viertelstunde weitergespielt, ehe er ausgewechselt wurde. Von dem Abend in Rio fehlten ihm „30 Minuten, plusminus“. Kramer begrüßte, dass das Thema „jetzt größer wird“. © dpa/aerzteblatt.de

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