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Ärzteschaft

Neue Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose

Montag, 10. Mai 2021

/Zerbor, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat eine aktualisierte und erweiterte S2k-Leit­linie zur Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose (MS) sowie zu Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen und MOG-IgG-assoziierten Erkrankungen herausgegeben.

Neben zahlreichen Fachgesellschaften und Berufsverbänden haben auch Patientenvertreter daran mit­ge­arbeitet. In Deutschland erhalten laut den Autoren jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen die Erstdiag­no­se MS. Insgesamt gebe es derzeit in Deutschland über 250.000 Betroffene.

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Die Leitlinienautoren haben das bisherige Behandlungs-Stufenschema durch eine Einteilung von MS-Medikamenten in drei Wirksamkeitskategorien ersetzt. Diese Eingruppierung erfolgt anhand der Schub­ratenreduktion aus den Zulassungsstudien.

Zur Wirksamkeitskategorie eins gehören Betainterferone, Dimethylfumarat, Glatirameroide und Teriflu­no­mid, zur Kategorie zwei Cladribin, Fingolimod sowie Ozanimod und zur Kategorie drei Alemtuzumab, CD20-Antikörper (Ocrelizumab, off label Rituximab) und Natalizumab. „Mit zunehmender Wirksamkeit nehmen allerdings auch die seltenen unerwünschten schweren Arzneimittelwirkungen zu“, so die Auto­ren.

Sie stellen außerdem Einstiegs-, Wechsel- und auch Ausstiegsszenarien für die Medikation vor und gehen auf spezielle Situationen ein, zum Beispiel Schwangerschaft, Stillzeit und die MS-Therapie bei Kindern und Jugendlichen und bei alten Menschen.

„Die heute verfügbaren Optionen erlauben eine individuelle, nach Verlauf, Krankheitsaktivität und per­sönlichem Risikoprofil adaptierte Therapie“, sagte Bernhard Hemmer von der Universitätsklinik der Technischen Universität München, der die Arbeit koordiniert hat. Die neue Leitlinie hätten dabei be­ratenden Charakter – natürlich ohne der ärztlichen Therapiefreiheit zu enge Grenzen zu setzen. © hil/aerzteblatt.de

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