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Uniklinik Regensburg weist auf Bedeutung einer demenzsensiblen Versorgung hin

Montag, 20. September 2021

An der Station „Mittagessen“ müssen drei Teller mit „Speisen“ angerichtet werden. Das geschieht spiegelverkehrt und ohne die eigenen Hände zu sehen./Martin Meyer, UKR

Regensburg – Demenzpatienten, die wegen einer anderen Erkrankung stationär versorgt werden müssen, benötigen eine besondere Betreuung. Darauf hat das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) hingewiesen.

„Für Patienten mit einer Demenzerkrankung ist ein notwendiger Krankenhausaufenthalt immer mit zusätz­lichen Herausforderungen und Risiken für weitere Komplikationen verbunden. Menschen mit Demenz fällt es mit dem Fortschreiten der Erkrankung meist schwer, ihre Bedürfnisse verbal mitzuteilen oder Aussagen der Gesprächspartner zu verstehen und einzuordnen. Sie reagieren dann nicht selten unsicher, ängstlich, unruhig, wirken gestresst oder erscheinen verwirrter als zuvor.

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Um diesen Folgen vorzubeugen oder sie abzumildern, sind eine gezielte Betreuung und Kommuni­kationsstrategie not­wendig, die sich an den Bedürfnissen, vorhandenen Fähigkeiten und der Persön­lichkeit der Betroffenen orientieren und weit über die reguläre pflegerisch-medizinische Versorgung hinausgehen“, erklärte Andrea Spiegler, Pflegeexpertin für Demenz/ Delir am UKR, anlässlich der Bayerischen Demenzwoche vom 17. bis 26. September.

Das UKR hat daher auf jeder Allgemeinstation einen sogenannten D-Team-Beauftragten benannt, auf einer Doppelstation zwei. Deren Hauptaufgabe besteht darin, das Pflegeteam auf Station im Umgang mit Patienten mit Demenz und Delir zu sensibilisieren.

So sollen Patienten mit kognitiven Einschrän­kungen wie Verwirrtheitszuständen möglichst früh identifiziert werden, um ihre Therapie entsprechend anzupassen. Außerdem stehen für die betroffenen Patienten im Stationsalltag Beschäftigungsmög­lichkeiten in sogenannten Aktivierungsboxen mit verschiedenen Materialien zur Verfügung.

Das UKR ermöglicht seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sich mittels eines sogenannten Demenz­parcours praktisch und anschaulich näher mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen. Dieser ist eine Leihgabe der Fachstelle für Demenz und Pflege der Oberpfalz und simuliert an verschiedenen Stationen ein Leben mit kognitiven Einschränkungen.

„Durch den Aufbau eines Demenzparcours wollen wir eine gewisse Sensibilisierung schaffen, denn für viele Nichtbetroffene sind demenzbedingte Einschränkun­gen schlichtweg nicht vorstellbar und somit fehlt ihnen auch das Verständnis dafür“, erläutert Thomas Bonkowski, Vorstand des Vereins der Freunde und Förderer der Pflege am Universitätsklinikum Regensburg. © hil/aerzteblatt.de

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