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Politik

Minister werben für Digitalisierung in der Demenzversorgung

Donnerstag, 23. September 2021

/buritora, stock.adobe.com

Berlin – Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) haben für digitale Anwendungen in der Pflege von Menschen mit Demenz geworben. „Der digitale Wandel bietet neue Chancen für die Unterstützung von Menschen mit Demenz“, sagte Spahn heute bei einer digitalen Tagung des Netzwerks Nationale Demenzstrategie.

Spielerisches Gehirn- und Gedächtnistraining oder Apps zum Bewegungstraining seien sinnvolle Ergän­zungen, um kognitive oder motorische Fähigkeiten zu erhalten und Sicherheit im Alltag zu gewähr­leisten, sagte Spahn. Apps für die Kommunikation mit Pflegenden und Angehörigen könnten das gegenseitige Verständnis fördern.

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Lambrecht verwies wie Spahn darauf, dass die vergangenen anderthalb Jahre in der Coronapandemie für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen besonders schwierig gewesen seien. Oft seien kreative Lösungen gefragt und auch digitale Angebote nützlich gewesen. „Wir brauchen den Austausch über gute Ideen, damit Menschen mit Demenz so lange wie möglich ihren Alltag leben können“, sagte Lambrecht.

Ein weiterer Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums, Ministerialrat Stefan Bales, sagte, man arbeite derzeit an einer Verordnung und gehe davon aus, dass voraussichtlich im Sommer kommenden Jahres erste digitale Pflegeanwendungen in die Versorgung kämen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) werde ein Verzeichnis aufbauen für digitale Pflegeanwendungen mit nachgewiesenem Nutzen, die von der Pflegeversicherung bezahlt werden können.

Die Soziologin Mone Spindler vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) sagte, es sei nötig, Bewusstsein, Selbstbestimmung, Privatheit und Beteiligung angesichts von Demenz und Digitalisierung neu zu denken und ausreichend herzustellen.

„Das ist ein fortwährender Prozess der Bildung, der Befähigung, der Unterstützung aller Beteiligten, der ganz sensibel sein muss für soziale Beziehungen und auch für die Machtstrukturen, in denen Menschen mit demenziellen Erkrankungen leben“, betonte Spindler. © kna/aerzteblatt.de

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