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Medizin

Studie: Langzeitmissionen im All hinterlassen Schäden im Gehirn

Dienstag, 12. Oktober 2021

Internationale Raumstation ISS /dpa

München – Langzeit-Missionen im All führen bei Raumfahrern nicht nur zum Muskel- und Knochen­schwund, sondern hinterlassen auch Schäden am Gehirn. Das bestätigten Forscher nun mithilfe von Bluttests, wie die Ludwig-Maximilians-Universität München heute mitteilte (JAMA Neurology, 2021: DOI: 10.1001/jamaneurol.2021.3589). Zuvor hatte es bereits ähnliche Ergebnisse nach Hirnscanns von Astronauten gegeben.

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der schwedischen Universität Göteborg und russischen Kollegen haben die Münchner Forscher nun erstmals bei Kosmonauten anhand von hochmodernen Bluttests die Ge­hirn­struktur vor und nach ihrer Rückkehr aus dem All untersucht. Die fünf Raumfahrer waren im Schnitt 169 Tage an Bord der internationalen Raumstation ISS.

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„Insgesamt deuten unsere Ergebnisse auf eine leichtgradige, aber anhaltende Hirnverletzung und einen beschleunigten Alterungsprozess des Gehirns bei Rückkehr zur Erde hin“, erklärte LMU-Mediziner Peter zu Eulenburg. Dabei scheinen alle relevanten Gewebsarten des Gehirns betroffen zu sein.

Als klinischer Hinweis für neurologische Folgen eines Langzeitaufenthalts im All sind bisher lediglich Veränderungen des Sehvermögens bei einigen Raumfahrern festgestellt worden. In ihrer Studie konnten die Forscher nachweisen, dass mehrere maßgebliche Proteine für Alterungsprozesse und Verletzungen des Gehirns direkt nach Rückkehr aus dem All deutlich ansteigen.

Ursache dafür könnte ein gestörter Abfluss des venösen Bluts aus dem Kopf aufgrund der Schwerelosig­keit sein, der im Lauf der Zeit zu einem Druckanstieg im Nervenwasser führt. Bevor Astronauten eine Reise zum Mars anbrechen, seien unbedingt weitere Studien mit vorbeugenden Maßnahmen gegen den Druckanstieg im Kopf notwendig, fordern die Mediziner. © afp/aerzteblatt.de

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