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Ärzteschaft

Jeder zehnte Schlaganfallpatient wird telemedizinisch versorgt

Mittwoch, 20. Oktober 2021

/dpa

Berlin – Über einhundert Mal pro Tag unterstützen Neurologen aus einem spezialisierten Schlaganfall­zentrum über eine Videoverbindung Ärzte aus einer Partnerklinik bei der Diagnose und Behandlung eines Schlaganfallpatienten. Das berichtet die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

Die Teleneurologie komme damit mittlerweile rund jedem zehnten Schlaganfallpatienten zugute, so die Fachgesellschaft. Bei einem Schlaganfall ist bekanntlich die Zeit bis zur Diagnose und Behandlung ent­scheidend. Das Blutgerinnsel, das dem Infarkt häufig zugrunde liegt, muss so schnell wie möglich auf­gelöst oder entfernt werden.

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„Da nicht bei jedem Notruf ein spezialisierter Neurologe als erster Arzt vor Ort ist, kann es lebensrettend sein, wenn diese Experten über Video zugeschaltet werden und den behandelnden Arzt bei der Diagnose und bei seinen Entscheidungen über die nötigen therapeutischen Schritte beraten können“, erklärte Christoph Gumbinger, Sprecher der Kommission Telemedizinische Schlaganfallversorgung der DSG.

In Deutschland seien über 20 telemedizinische Netzwerke mit mehr als 200 neurologischen Kliniken miteinander verbunden. Spielte die teleneurologische Schlaganfallversorgung zunächst vor allem bei der Akutversorgung von Schlaganfallpatienten eine zentrale Rolle, so zeigen sich inzwischen laut der DSG weitere Vorteile.

„Vom Transport ins erstbehandelnde Krankenhaus über die Verlegung zur endgültigen Behandlung in eine spezialisierte Klinik bis hin zur Rehabilitation kann Telemedizin die Chancen für Schlaganfallpa­tienten auf eine gesunde und behinderungsfreie Zukunft verbessern“, so Gumbinger.

Die Fachgesellschaft fordert jetzt neue Finanzierungskonzepte für die teleneurologische Versorgung. „Obwohl die Telemedizin die Versorgung von Schlaganfallpatienten deutlich verbessern kann, ist ihre Finanzierung in Deutschland nicht einheitlich geregelt und einige Netzwerke sind finanziell nicht aus­reichend versorgt. Die DSG fordert die Politik auf hier nachzubessern“, betonte Gumbinger. © hil/aerzteblatt.de

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