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Ärzteschaft

Leitlinie „Neurologische Manifestationen bei COVID-19“ aktualisiert und erweitert

Dienstag, 21. Dezember 2021

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat zusammen mit anderen Fachgesellschaften die Leitlinie „Neurologische Manifestationen bei COVID-19“ überarbeitet und erweitert. Sie enthält Hand­lungsempfehlungen für den ambulanten und stationären Bereich bei neurologischen COVID-19- Manifes­ta­tionen.

Alle Themenbereiche der Leitlinie wurden überarbeitet und teilweise erweitert. Neu sind unter anderem die Kapitel zum Post-COVID-Syndrom und zum Umgang mit möglichen Komplikationen nach SARS-CoV-2-Impfungen.

„Bei COVID-19 können zahlreiche neurologische Manifestationen und Komplikationen auftreten. Am häufigsten sind Enzephalopathien zu finden (auf Intensivstation bis zu 50 Prozent), die deutlich mit der Mortalität assoziiert sind, gefolgt von Schlaganfällen, Enzephalitiden und neuromuskulären Symptomen“, berichtet das Autorenteam um DGN-Generalsekretär Peter Berlit, der die Aktualisierung der Leitlinie ge­leitet hat.

Ein spezielles Krankheitsbild ist laut der Leitlinie das Post-COVID-Syndrom, bei dem mehr als drei Mona­ten nach der Infektion häufig neurologische Symptome wie Gedächtnisstörungen, Fatigue, Riech- und Schmeckstörungen, Kopfschmerzen, Myalgien und/oder Neuropathien bestünden. Das Auftreten scheine unabhängig von der Schwere der Akutinfektion zu sein, hieß es.

„Bei Post-COVID- Betroffenen sollte immer eine umfassende Diagnostik erfolgen, um die Pathogenese zu klären und ursächliche andere neurologische Krankheitsbilder abzugrenzen“, berichten die Autoren.

Sie betonen, dass die COVID-19-Impfung bei vorbestehenden neurologischen Erkrankungen empfohlen sei – auch unter laufender Immuntherapie. „Es ist uns wichtig hervorzuheben, dass auch neurologische Patientinnen und Patienten unter Immuntherapien von der Impfung profitieren, hier gibt es seitens der Betroffenen und ihrer Betreuer noch immer viele Vorbehalte und Unsicherheiten“, sagte Berlit.

Neben der DGN haben auch die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI), die Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) und die Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) an der Leitlinie mitgearbeitet. © hil/aerzteblatt.de

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