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Ärzteschaft

300.000 Patienten mit Post COVID in Praxen behandelt

Freitag, 29. April 2022

/picture alliance, Friso Gentsch

Berlin – In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres sind laut einer Auswertung rund 300.000 Menschen mit länger anhaltenden Beschwerden nach Coronainfektionen in Arztpraxen behandelt worden.

Seit dem 1. Januar 2021 können Post-COVID-Patienten mit einem eigenen Abrechnungscode identifiziert werden, erläuterte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Dieser wurde demnach in den ersten drei Quartalen bis Ende September 2021 für 303.267 Patienten dokumentiert – im ersten Quartal erstmalig bei knapp 110.000 Menschen, im zweiten bei 125.000 und im dritten bei 68.000 Menschen.

Im Verhältnis zu den 4,2 Millionen COVID-19-Fällen, die bis Ende September 2021 bestätigt worden seien, falle die Häufigkeit zum Glück eher gering aus, erläuterte Instituts-Chef Dominik von Stillfried.

„Post COVID entwickelt sich nicht zu einer neuen Volkskrankheit.“ Die ausgewerteten Abrechnungsdaten zeigten, dass es ein heterogenes Krankheitsbild gebe. Die überwiegende Mehrheit benötige keine spezielle Versorgung über längere Zeit, dies treffe nur auf einen kleineren Teil zu. Diese Gruppe müsse weiter beobachtet werden.

Ausgehend von den im ersten Quartal versorgten Patienten habe sich ein Einblick in die Länge des Behandlungsbedarfs ergeben, hieß es weiter. Demnach wurden 61 Prozent in einem Quartal behandelt. Ein Fünftel (19,8 Prozent) sei auch im zweiten Quartal oder mit einem Vierteljahr Unterbrechung erneut im dritten Quartal vertragsärztlich versorgt worden. In allen drei Quartalen behandelt wurden 19 Prozent.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sagte, es zeige sich, dass die Behandlungsdauer mit meistens einem Quartal überschaubar bleibe. KBV-Vize Stephan Hofmeister sagte, zugleich sei klar, dass der Betreuungs- und Beratungsbedarf sehr hoch und mit viel Arbeit in den Praxen verbunden sei. Es handele sich um ein heterogenes Krankheitsbild, das intensiver Abklärung bedürfe.

Als „Long COVID“ definieren die deutschen Patientenleitlinien Beschwerden, die länger als vier Wochen nach einer Infektion bestehen – als „Post COVID“, wenn sie länger als zwölf Wochen nach der Infektion den Alltag einschränken.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) schreibt dazu erklärend im Netz: „Somit umfasst ‚Long COVID‘ sowohl im Anschluss an eine akute COVID-19-Erkrankung vier bis zwölf Wochen nach Symptombeginn noch bestehende Symptome als auch das ‚Post-COVID-19-Syndrom‘.“

Eine einheitliche Definition des Krankheitsbildes gibt es nicht. Experten zufolge fällt aber eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome unter die Bezeichnung – von starker Müdigkeit über kognitive Einschränkungen bis hin zu Schmerzen an verschiedenen Körper­stellen. © dpa/aerzteblatt.de

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