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Medizin

FDA lässt Liquor-Frühtest auf Morbus Alzheimer zu

Montag, 9. Mai 2022

/felipecaparros, stock.adobe.com

Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat erstmals einen Labortest zur Früherkennung des Morbus Alzheimer zugelassen.

Das Gerät eines japanischen Herstellers weist mit hoher Genauigkeit 2 Beta-Amyloide im Liquor nach, deren Konzentration auf entsprechende Ablagerungen im Gehirn hinweist. Eine Studie hatte gezeigt, dass der Test sehr gut mit den Ergebnissen einer Positronenemissionstomografie (PET) übereinstimmt.

Die Diagnostik des Morbus Alzheimer hat sich in den letzten Jahren verbessert. Konnte die degenerative Hirnerkrankung in der Vergangenheit erst postmortal festgestellt werden, so lassen sich die Ablagerungen der Amyloide heute in der PET mit Tracern wie 18F-Florbetaben sichtbar machen, die nach einer intravenösen Injektion an den Amyloiden binden und ihren Ort dann durch die Freisetzung der Positronen anzeigen. Eine PET ist allerdings technisch aufwändig und mit einem gewissen Strahlenrisiko verbunden. Eine Untersuchung ist nur an größeren Zentren möglich.

Eine Alternative bildet der Nachweis von Amyloidfragmenten, die der Erkrankung um Liquor cerebrospinalis auftreten. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass der Quotient aus den Fragmenten 1-42 zu 1-40 im Prinzip eine gute Früherkennung ermöglicht. Die bisherigen Immunoassays (ELISA) mussten allerdings „per Hand“ durchgeführt werden, was schnell zu ungenauen Ergebnissen führt.

Der japanische Hersteller Fujirebio hat ein Gerät („Lumipulse“) entwickelt, das den Test automatisiert durchführt. Die FDA haben jetzt die Ergebnisse einer klinischen Studie überzeugt, die 292 Liquorproben aus der „Alzheimer’s Disease Neuroimaging Initiative“ mit den PET-Ergebnissen verglichen hat. Insgesamt 97 % der Personen mit positivem Lumipulse-Ergebnis wiesen im PET-Scan Amyloidplaques auf und 84 % der Personen mit negativen Ergebnissen hatten einen negativen PET-Scan.

Der Liquortest ist damit nicht völlig vor falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen gefeit, die die FDA als wichtigste Nebenwirkungen des Tests betrachtet. Der Test sei deshalb auch nicht zum Screening von asymptomatischen Personen geeignet, obwohl bekannt ist, dass es bei vielen Menschen lange vor den ersten kognitiven Symptomen zu Ablagerungen kommt. Die Zulassung ist auf erwachsene Patienten ab 55 Jahren beschränkt, bei denen es zu kognitiven Beeinträchtigungen gekommen ist. © rme/aerzteblatt.de

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