Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Statine fördern Neuropathien nicht

Donnerstag, 6. Juli 2017

Statine fördern Neuropathien nicht
/roger ashford, stock.adobe.com

Amsterdam – Mit Statinen behandelte Patienten haben kein erhöhtes Risiko, an einer Polyneuropathie zu erkranken. Das berichtete eine dänische Arbeitsgruppe auf dem dritten Kongress der European Academy of Neurology (EAN) in Amsterdam.

Die Polyneuropathie ist eine systemisch bedingte Schädigung der peripheren Nerven, mit Symptomen wie Schmerz, unangenehmen Körperempfindungen wie Taubheit und Stechen, oder Irritationen bei der Kälte- und Wärmewahrnehmung in den Gliedmaßen. Auch eine Schwäche in den Händen oder Füßen kann auftreten.

Studienlage bisher nicht klar

Ob Statine ein mögli­cher Auslöser für diese Nervenerkrankung sein können, war unter Neurologen laut der Arbeitsgruppe bisher umstritten. Hintergrund dafür waren vereinzelte Fallberichte eine 2002 in Dänemark durchgeführte Studie. Diese hatte laut den Wissenschaftlern Hin­weise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Statineinnahme und der Entwicklung von Polyneuropathien gegeben.

Die neue Studie umfasste jetzt den Zeitraum 1999 bis 2013. Nach dem Ausschluss von Patienten mit Diabetes, hohem Alkoholkonsum und anderen anerkannten Risiko­fakto­ren für Polyneuropathie wurden 370 Patienten mit gesicherter Polyneuropathie-Diagnose identifiziert. Bei den Patienten mit Polyneuropathie unbekannter Ursache wurde die Statineinnahme mit jener von 7.400 Personen in einer Kontrollgruppe verglichen.

„In unserer Studie zeigt sich kein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Statinen und dem Auftreten von Polyneuropathien“, fasste Erstautor Toke de Koning Svendsen von der Universitätsklinik Odense die Ergebnisse zusammen.

Das bestätigte sich auch in Analysen, in denen Dosis und Dauer der Behandlung berücksichtigt wurde. Er betonte allerdings, dass Patienten mit Diabetes oder anderen Risikofaktoren für Polyneuropathie nicht eingeschlossen waren. „Diese Limitationen der Untersuchung müssen wir sehen“, so Svendsen. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.