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Medizin

Aseptische Meningitis: Infektionen mit Echovirus 30 nehmen in Europa zu

Mittwoch, 8. August 2018

/Kateryna_Kon, stockadobecom

Stockholm – In mehreren europäischen Ländern ist es in den letzten Monaten zu einem Anstieg der Infektionen mit Echovirus 30 gekommen, das eine aseptische Meningitis auslösen kann. Dies berichtet das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Das Echovirus 30 gehört zu den Enteroviren, die weltweit verbreitet sind und meist in den Sommermonaten verschiedene Erkrankungsbilder auslösen können. Dazu gehören neben der „Sommergrippe“ und gelegentlich der Hand-Fuß-Mund-Krankheit in seltenen Fällen auch Störungen des zentralen Nervensystems.

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Das Echovirus 30 infiziert vor allem Kleinkinder, und da es keine Impfung gibt, kommt es, wie früher bei den klassischen Kinderkrankheiten, alle 4 bis 5 Jahre zu einer Epidemie. Zuletzt war dies 2008 und 2013 der Fall, als auch in Deutschland die Erkrankungen von Kleinkindern an einer aseptischen Meningitis zunahmen.

Möglicherweise steht in diesem Jahr eine erneute Erkrankungswelle bevor. Nach Angaben der ECDC ist es seit Beginn des Jahres, insbesondere aber in den Monaten Juni und Juli in mehreren europäischen Ländern zu einer Zunahme von Virus­nachweisen in den Labors gekommen, die Blut- und Liquorproben von Kliniken untersuchen, in denen die Kinder behandelt werden.

In den Niederlanden sind seit Anfang des Jahres 85 Infektionen mit dem Echovirus 30 bestätigt worden. Aus Großbritannien wurden 77,  aus Dänemark 38, aus Norwegen 37, aus Schweden 21 und aus Lettland ein Fall gemeldet. In den Niederlanden, Norwegen und Großbritannien entfielen 149 von 167 positiven Nachweisen (89 %) auf Patienten mit Symptomen des zentralen Nervensystems. Darunter waren 27 Fälle mit Meningitis, 26 mit Enzephalitis/ Meningitis und ein Patient mit Sepsis, Fieber, Tachykardie und Atembeschwerden.

Betroffen waren vor allem Säuglinge im Alter von bis zu 3 Monaten (22 %) sowie 26- bis 45-Jährige (38 %). Das Verhältnis von Mann zu Frau betrug 1,27.

Die Zahlen deuten auf eine europaweite Welle von Infektionen mit Echovirus 30 hin. Der Erreger wird wie andere Enteroviren fäkal-oral oder oral-oral übertragen.

Spezifische Vorbeugungs- oder Kontrollmaßnahmen gibt es laut ECDC nicht. Wie bei anderen fäkal-oral übertragenen Erkrankungen kann das Risiko jedoch durch häufiges Händewaschen, eine Vermeidung der gemeinsamen Nutzung von Flaschen oder Gläsern sowie durch die Desinfektion kontaminierter Oberflächen verhindert werden. Die ECDC rät im Fall von aseptischen Meningitiden Liquorproben auch dann an die zuständigen Labors zu schicken, wenn es im Blutbild nicht zu einem Anstieg der weißen Blutkörperchen gekommen ist. © rme/aerzteblatt.de

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