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Ärzteschaft

Bluttest zur Alzheimer-Früh­diagnose rückt näher

Montag, 5. November 2018

/StudioLaMagica, stockadobecom

Berlin – Neue Möglichkeiten der Frühdiagnose von Demenzen haben Neurologen auf der sogenannten Neurowoche in Berlin Anfang November diskutiert. „Es könnte bald sogar ein Bluttest zur Alzheimer-Frühdiagnose zur Verfügung stehen, alternativ zu den kostspieligen MRT-/PET- und invasiven Liquor-Untersuchungen“, erläuterte Juraj Kukolja beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der im Rahmen der Neurowoche stattfand.

„Nur ein Bruchteil der Alzheimerpatienten wird adäquat diagnostiziert“, sagte der Chefarzt der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie am Helios-Universitätsklinikum Wuppertal. Mittels Biomarker-Bestimmung im Liquor und Bildgebung mit MRT und Positronenemissionstomografie (PET) sei es schon jetzt mit hoher Empfindlichkeit und Sicherheit möglich, die Alzheimererkrankung bereits im Anfangsstadium zu erkennen. 

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„Personen, die ein erhöhtes Risiko haben, in späteren Jahren an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken, können noch im Stadium ihrer kognitiven Gesundheit identifiziert werden“, so Kukolja. Es sei zu erwarten, dass in den kommenden Jahren eine weniger invasive und kostengünstige Frühdiagnostik der Alzheimer­erkrankung möglich werde, stellte er in Aussicht.

Eine therapeutische Konsequenz ergibt sich aus der verbesserten Alzheimerdiagnostik aber noch nicht. Die Behandlung der Symptome ist laut Kukolja weiterhin die einzige Therapieoption. Versuche, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, seien bislang gescheitert. „Die Studien mit Antikörpern, welche die alzheimer­typischen Amyloidablagerungen im Gehirn beseitigen sollten, waren erfolglos“, sagte Kukolja in Berlin.

Es werde aber weiter intensiv an der genaueren Charakterisierung der Alzheimer­pathologie und an alternativen Therapiemöglichkeiten geforscht, berichtete der DGN-Experte. Die Alzheimerforschung habe dafür insbesondere das sogenannte Tau-Protein in den Fokus genommen. Es lagert sich neben Amyloid im Gehirn von Alzheimer­patienten ab.

Viel Aufmerksamkeit hätten außerdem Studien erregt, die nachweisen konnten, dass die Alzheimerpathologie im Mausmodell und auch beim Menschen mit einer entzündlichen Reaktion einhergeht. Die genauere Kenntnis dieser Mechanismen öffne das Tor für die Erprobung weiterer Therapieoptionen, welche die entzündlichen Prozesse möglicherweise bremsen könnten, so Kukolja. 

Die Neurowoche in Berlin ist die gemeinsame wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Deutschen Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie (DGNN) und der Gesellschaft für Neuropädiatrie (GNP). © hil/aerzteblatt.de

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