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Medizin

Gerüche wirken auf die Gedächtnisbildung

Freitag, 10. Mai 2019

/Voyagerix, stockadobecom

Bochum – Der piriforme Kortex – ein Teil des Riechhirns – nimmt direkten Einfluss auf die Informationsspeicherung im Hippocampus. Das berichten Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB) in der Zeitschrift Cerebral Cortex (2019; doi: 10.1093/cercor/bhz077) auf der Basis eines Tiermodells.

Für ihre Studie lösten die Forscher um Christina Strauch und Denise Manahan-Vaughan im Gehirn von Ratten eine künstliche Geruchswahrnehmung aus. Dazu stimulierten sie deren piriformen Kortex mit elektrischen Impulsen.

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„Wir waren sehr überrascht zu sehen, dass der Hippocampus direkt auf die Stimulation des piriformen Kortex reagierte“, erläuterte Strauch. Dabei ging es den Forschern um die synaptische Plastizität im Hippocampus. Dies bezeichnet den Forschern zufolge die Fähigkeit des Gehirns, die Leistungsfähigkeit der Signalübertragung zwischen den Synapsen zu erhöhen und dadurch Gedächtnisinhalte zu speichern. Eben dies triggerte der piriforme Kortex im Hippocampus.

In einem zweiten Schritt untersuchten die Wissenschaftler, inwieweit der piriforme Kortex mit einer anderen Hirnstruktur – dem entorhinalen Kortex – um die synaptische Plastizität im Hippocampus konkurriert. Diese Struktur sendet Informationen über die Aktivität in allen sensorischen Modalitäten an den Hippocampus.

Die Aktivierung des zum Hippocampus führenden Weges dieser Struktur, der Tractus perforans, löste im Hippocampus völlig andere Reaktionsmuster aus als jene, die durch den piriformen Kortex erzeugt wurden. „Die Studie liefert uns eine theoretische Grund­lage dafür zu verstehen, wieso der Geruchssinn eine so besondere Rolle bei der Bildung und dem Abruf von Erinnerungen spielt“, vermutet Manahan-Vaughan.

Die Studie wurde durch den Sonderforschungsbereich 874 der Deutschen Forschungs­gemeinschaft „Integration und Repräsentation sensorischer Prozesse“ gefördert. Dieser besteht seit dem Jahr 2010 an der RUB. © hil/aerzteblatt.de

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