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Medizin

Kognitive Verhaltenstherapie verändert die Hirnaktivität

Dienstag, 7. Januar 2020

Die Wissenschaftler schlossen 118 Patienten in die Studie ein, deren Panikstörung noch nicht mit einer kognitiven Verhaltenstherapie behandelt wurde. /terovesalainen, stock.adobe.com
Die Wissenschaftler schlossen 118 Patienten in die Studie ein, deren Panikstörung noch nicht mit einer kognitiven Verhaltenstherapie behandelt wurde. /terovesalainen, stock.adobe.com

Marburg – Die erfolgreiche Behandlung einer Panikstörung mittels kognitiver Verhaltenstherapie schlägt sich in einer geänderten Hirnaktivität nieder. Das berichten Wissenschaftler um Benjamin Straube und Tilo Kircher von der Philipps-Universität Marburg im American Journal of Psychiatry (doi 10.1176/appi.ajp.2019.19020202). An der Studie waren Arbeitsgruppen 6 weiterer Universitäten beteiligt: aus Berlin, Bremen, Dresden, Greifswald, Münster und Würzburg.

„Die Entstehung einer Panikstörung wird regelmäßig von einer verzerrten Verarbeitung von sprachlichen und nichtsprachlichen Bedeutungen über die Welt und sich selbst begleitet“, erläutert Tilo Kircher, Direktor der Marburger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Eine kognitive Verhaltenstherapie wirke daraufhin, die krankhafte Sprachverarbeitung zu normalisieren.

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Die Wissenschaftler schlossen 118 Patienten in die Studie ein, deren Panikstörung noch nicht mit einer kognitiven Verhaltenstherapie behandelt wurde. 42 davon erhielten im Rahmen der Studie eine solche Therapie und wurden danach wiederholt getestet. Als Vergleich dienten 150 gesunde Probanden.

Das Team nutzte die Magnetresonanz-Bildgebung, um die Hirnaktivitäten der Studien­teilnehmer zu untersuchen, während diese gleichzeitig eine sprachliche Aufgabe bewältigten. Bei dieser Aufgabe ging es um die Vorbereitung der Symptome einer Panikattacke durch typische Auslöser von Panik, etwa durch das Wort „Aufzug“, das Betroffene oft mit dem Gefühl von auswegloser Enge und Angst verbinden.

Haben Patienten mit einer Panikstörung noch keine kognitive Verhaltenstherapie absolviert, so nehmen sie laut den Forschern eine stärkere Zusammengehörigkeit zwischen Panik-auslösenden und symptombeschreibenden Wörtern wahr als gesunde Probanden. Dieser Effekt spiegelte sich in der veränderten Aktivität bestimmter Hirnareale wider.

Nach der Verhaltenstherapie hatte sich die sprachliche Verarbeitung der Studien­teilnehmer normalisiert. Dieser Behandlungserfolg schlug sich in der Hirnaktivität nieder: Sie ist in einem Hirnareal gedämpft, das panik-bezogene Wortpaare verarbeitet. „Offenbar unterbindet die kognitive Verhaltenstherapie Assoziationen, die für Patienten mit Panikstörung symptomatisch sind“, folgte der Erstautor der Publikation, Yunbo Yang. © hil/aerzteblatt.de

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