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Medizin

Strukturiertes Nachsorgeprogramm in Studie ohne Effekt auf Häufigkeit von Folgeschlaganfällen

Freitag, 24. Januar 2020

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Berlin – Ein strukturiertes Betreuungsprogramm nach Schlaganfall konnte bei einer an 7 deutschen und einer dänischen Stroke Unit durchgeführten Studie die Zahl von Folgeereignissen nicht vermindern. Das berichten Wissenschaftler um Matthias Endres von der Charité Berlin in der Fachzeitschrift Lancet Neurology (doi. 10.1016/S1474-4422(19)30369-2).

Die Forscher verglichen den Effekt eines strukturierten, 2-jährigen Nachsorgeprogramms im Hinblick auf die Häufigkeit von Folgeschlaganfällen, akutem Koronarsyndrom und gefäßbedingten Todesfällen gegenüber der ambulanten Nachsorge gemäß Regelver­sorgung. Eingeschlossen waren Patienten mit leichten ischämischen Schlaganfällen oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA).

Im Rahmen des strukturierten Nachsorgeprogramms erhielten die Patienten in den Wochen 3, 6 und 12 nach Studieneinschluss sowie nach 6, 9, 12, 18 und 24 Monaten jeweils ein umfassendes Beratungsgespräch. Darin gaben Ärzte ihnen allgemeine Informationen zur Schlaganfallprophylaxe und Risikofaktoren.

Während dieser Beratungstermine erfolgte auch eine Bewertung der körperlichen Fitness und des individuellen Risikoprofils. Insgesamt wurden 2.098 Patienten in die Studie eingeschlossen, die Hälfte von ihnen durchlief das strukturierte Nachsorgeprogramm, die andere Hälfte die normale ambulante Nachsorge.

Nach einem mittleren Follow-up von 3,6 Jahren trat bei 175 der konventionell nachbehan­delten und bei 163 der Patienten im Nachsorgeprogramm ein größeres vaskuläres Ereignis auf. Mit einer Verminderung des relativen Risikos um 8 % war der Unterschied zwischen den Gruppen nicht signifikant.

„Entgegen unserer Erwartung gab es also keinen Effekt des strukturierten Nachsorge­programms auf den primären Endpunkt. Die Einstellung wichtiger Risikofaktoren ein Jahr nach Studieneinschluss gelang jedoch bei mehr Patienten innerhalb des Programms als in der Kontrollgruppe, die Unterschiede zwischen beiden Gruppen waren jedoch zu gering, um einen signifikanten Effekt auf die Folgeereignisse auslösen zu können“, erklärte Armin Grau, 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) und einer der Studienautoren.

So wiesen nach 12 Monaten in der Interventionsgruppe deutlich mehr Patienten Blut­druckwerte im Zielbereich auf, niedrigere LDL-Werte sowie eine höhere körperliche Aktivität und Nichtraucherrate. Doch nach 3 Jahren waren die Unterschiede zwischen den Gruppen nicht mehr so deutlich ausgeprägt. „Das ist einer der Gründe, warum sich auch kein Unterschied im klinischen Endpunkt zeigte“, so der Experte. © hil/aerzteblatt.de

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