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IIH: Hirndruckstörung nimmt infolge von Adipositas und Armut deutlich zu

Dienstag, 16. Februar 2021

/yodiyim, stock.adobe.com

Swansea/Wales – Die idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH), eine vor allem bei jüngeren Frauen auftretende Hirndruckstörung, die zu schweren Kopfschmerzen und manchmal zu permanenten Sehver­lusten führt, ist in den letzen Jahren deutlich häufiger geworden. Eine Studie aus Wales ermittelt in Neurology (2021; DOI: 10.1212/WNL.0000000000011463) einen 6-fachen Anstieg der Prävalenz. Neben der Adipositas gehörte Armut zu den Risikofaktoren.

Die idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH) ist insgesamt eine seltene Erkrankung. In Wales, einem Land mit 3,1 Millionen Einwohnern gab es im Jahr 2017 gerade einmal 1.765 bekannte Erkrankungen, darunter 1.493 bei Frauen und 272 bei Männern. Fast die Hälfte der Frauen erkrankte im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Bei den Männern wird die Erkrankung häufig bereits im Jugendalter diagnostiziert.

Ein bekannter Risikofaktor ist Übergewicht. Von den Frauen mit IIH waren über 90 % übergewichtig, insge­samt 3/4 sogar adipös. Bei den Männern waren 82 % übergewichtig oder adipös.

In Wales ist – wie in vielen anderen Ländern – der Anteil der adipösen Menschen in den letzten Jahrzehn­ten deutlich angestiegen. Ein Team um William Owen Pickrell von der Universität in Swansea vermutete deshalb, dass auch die Zahl der Neuerkrankungen (Inzidenz) und der Erkrankten (Prävalenz) zugenommen hat.

Die jetzt vorgestellten Zahlen bestätigen diesen Verdacht. Die Inzidenz ist zwischen 2003 und 2017 von 2,3 auf 78,8 pro 100.000 Einwohner/Jahr gestiegen. Die Prävalenz hat sich sogar von 12 auf 76 pro 100.000 Einwohner versechsfacht.

Die Studie bestätigt auch die Adipositas als wichtigsten Risikofaktor. Unter 100.000 Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30 erkranken pro Jahr 23,5 an einer IIH, bei den Frauen mit Normalge­wicht (BMI 20 bis unter 25) sind es nur 1,6 Neuerkrankungen auf 100.000. Bei den Männern war der Unterschied mit 2,6 gegenüber 1,6/100.000/Jahr nicht ganz so deutlich.

Neben dem Körpergewicht scheinen auch die Lebensumstände einen Einfluss auf die Erkrankung zu haben. In den Gegenden mit dem geringsten Deprivations-Score trat die IHH zu 35 % seltener auf (Odds Ratio 0,65; 95-%-Konfidenzintervall 0,55 bis 0,76). Der Deprivations-Score wird in Großbritannien regelmäßig von den statistischen Ämtern erhoben. Die Einflussgrößen sind Einkommen, Beschäftigung, Gesundheit, Bildung, Zugang zu Dienstleistungen, Wohnraum, Sicherheit in der Gemeinde und Landschaftsqualität.

Der Einfluss der Deprivation war unabhängig von der Adipositas, also nicht allein dadurch zu erklären, dass Menschen in benachteiligten Region häufiger Gewichtsprobleme haben. Warum Adipositas und Deprivation das Erkrankungsrisiko erhöhen, ist gänzlich unbekannt.

Die IHH ist eine ernst zunehmende Erkrankung: 13 Patienten (0,78 %) waren durchschnittlich 28 Monate nach der Diagnose erblindet, 32 Patienten (1,9 %) wiesen 26 Monate nach der Diagnose eine mindestens mäßige Sehbehinderung auf. Bei 158 Patienten (9 %) wurde durchschnittlich 16 Monate nach der Diagnose ein Cerebralshunt angelegt, um den Hirndruck zu senken. Bei 70 Patienten (44 %) wurde wenigstens eine Revision erforderlich. © rme/aerzteblatt.de

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