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Stroke-Ein­satz-Mobile in Berlin verbessern die Prognose bei Schlag­anfall

Dienstag, 9. Februar 2021

/picture alliance, Jörg Carstensen

Berlin – Die 3 in Berlin fahrenden sogenannten Stroke-Einsatz-Mobile (STEMOs) haben die Versorgung von Patienten mit Schlaganfall verbessert. Das zeigt eine neue Studie, die im Journal of the American Medical Association erschienen ist (JAMA, 2021; DOI: 10.1001/jama.2020.26345).

Ärzte und Klinikleitungen der Charité Universitätsmedizin Berlin, des Krankenhausbetreibers Vivantes und des Unfallkrankenhauses Berlin haben sie heute zusammen mit dem Regierenden Bürgermeister der Stadt, Michael Müller (SPD), vorgestellt.

Müller lobte die STEMOs als „Wissenschaftseinrichtungen auf Rädern“. Er bezeichnete die Ausgaben für die Mobile als „gut angelegtes Geld für die Patientenversorgung und die Forschung.“ Laut Müller ist die Finanzierung der STEMOs bis Ende dieses Jahres gesichert. Er sei jedoch zuversichtlich, dass die Finan­zierung fortgesetzt werde – auch wegen der jetzt vorgestellten Forschungsergebnisse.

Ärzte und Wissenschaftler um Heinrich Audebert vom Centrum für Schlaganfallforschung Berlin und der Klinik für Neurologie und Experimentelle Neurologie der Charité hatten sich bereits vor mehr als 10 Jahren zum Ziel gesetzt, die nötige Diagnostik und Therapie des Schlaganfalls vorzuverlegen.

Ein zusammen mit der Berliner Feuerwehr und dem Unternehmen Meytec entwickeltes Spezialrettungs­fahrzeug, das „STEMO“, ging im Februar 2011 in Berlin in Betrieb. Die speziell ausgestatteten Rettungs­fahrzeuge erlauben es, Menschen bei einem Schlaganfall schon am Einsatzort zu behandeln.

Mittlerweile sind in einer Kooperation zwischen Charité, der Vivantes - Netzwerk für Gesundheit und dem Unfallkrankenhaus Berlin 3 STEMOs der Berliner Feuerwehr im Einsatz, die die Einsatzfläche Berlins weitgehend abdecken.

Die jetzt vorgestellte kontrollierte Studie lief zwischen Februar 2017 und Mai 2019. War im Einsatz­gebiet ein STEMO verfügbar, wurde es zusätzlich zum Rettungsdienst alarmiert und ermöglichte eine Behandlung vor Ort. Die Entsendung erfolgte bei 749 der insgesamt 1.543 Patienten, deren Daten in der Studie ausgewertet wurden (49 %).

War zum Zeitpunkt des Notrufs kein STEMO abkömmlich, schickte die Einsatzzentrale ausschließlich den konventionellen Rettungsdienst, der die betroffene Person in ein spezialisiertes Krankenhaus brachte. Das war bei 794 Patienten (51 %) der Fall. 3 Monate nach dem Notfall untersuchte die Forschungs­gruppe, ob und mit welchen neurologischen Einschränkungen die Betroffenen überlebt hatten.

In der STEMO-Gruppe erhielten mehr Patienten eine Lyse-Therapie (60 statt 48 % ), diese Behandlung wurde zudem durchschnittlich 20 Minuten früher verabreicht. Rückte ein STEMO aus, verstarben rund 7 % der Patienten, bei konventioneller Rettungsdienstversorgung waren es rund 9 %. Gleichzeitig berich­teten in der STEMO-Gruppe rund 51 % der Patienten, von ihrem Schlaganfall keine Alltagseinschrän­kungen davongetragen zu haben. In der Kontrollgruppe waren dies nur rund 42 %. Auch bei der Erhebung der Lebensqualität schnitt die STEMO-Gruppe signifikant besser ab.

„In unserer Studie konnten wir belegen, dass Schlaganfallbetroffene, zu deren Rettung das STEMO losgeschickt wurde, häufiger überlebten und seltener eine Behinderung davontrugen“, sagte Audebert. „Bei ihnen war – im Vergleich zu den im normalen Rettungsdienst behandelten Patienten – das relative Risiko, nach 3 Monaten durch schwerere Behinderungen eingeschränkt zu sein, um 29 % geringer. Wird ein STEMO eingesetzt, können also deutlich mehr Betroffene ihr Leben selbstbestimmt weiterführen“, so Audebert. © hil/aerzteblatt.de

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