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Medizin

Neue Sensoren könnten schmerzlose neurologische Untersuchung der Muskeln ermöglichen

Freitag, 17. September 2021

Eine Muskelfaser. Durch die elektrische Aktivität ihrer Muskelzellen entsteht ein Magnetfeld, dass an der Körperoberfläche mittels Quantensensoren gemessen werden kann. /Marquetand, 2021

Tübingen – Eine neurologische Untersuchung der Muskeln erfolgt bislang üblicherweise über eine soge­nannte Nadelelektromyographie (EMG). Hierbei wird eine Nadelelektrode durch die Haut in den Muskel eingeführt, um die elektrischen Muskelsignale zu messen.

Ein internationales Forschungsteam um Justus Marquetand vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Universitätsklinikum Tübingen zeigt nun, dass die Untersuchung der potenziell krankhaften Muskelsignale auch mittels sogenannter Quantensensoren möglich ist. Der Vorteil: Die Mes­sung erfolgt kontaktlos und ist somit schmerzfrei. Langfristig könnte die Technik die bisherige Standard­methode teilweise ersetzen. Bei Kindern könnte sie erstmals eine genaue Diagnostik ermöglichen. Die Studie ist in der Zeitschrift Clinical Neurophysiology erschienen (DOI: 10.1016/j.clinph.2021.06.009).

Grundlage für die Diagnostik mittels Quantensensoren ist das Magnetfeld, das durch die elektrische Aktivität in den Muskeln entsteht. Die magnetischen Signale dringen an die Körperoberfläche, wo sie ohne direkten Hautkontakt gemessen werden können. Die Wissenschaftler setzten für ihre Machbarkeits­studie eine neue Generation spezieller Quantensensoren ein, sogenannte optisch gepumpte Magneto­meter (OPM).

„Unsere Studie zeigt, dass die Untersuchung von potenziell krankhaften Muskelsignalen mittels Quan­ten­sensoren möglich ist“, so Studienleiter Marquetand.

Der Einsatz der Quantensensoren wäre laut den Forschern ein wichtiger Durchbruch in der neurophysio­logischen Diagnostik. Mit ihrer Hilfe könnten nicht nur Schmerzen bei Patientinnen und Patienten ver­mie­den werden – sie könnten auch erstmals eine adäquate Muskeldiagnostik bei Kindern ermöglichen, bei denen die schmerzhafte Nadel-EMG kaum einsetzbar ist.

„Eine schmerzlose und aussagekräftige Muskeldiagnostik bei Kindern ist vor allem vor dem Hintergrund aufkommender Gentherapien für genetisch bedingte neuromuskuläre Erkrankungen wie die spinale Muskelatrophie (SMA) hochrelevant“, betont Marquetand. © hil/aerzteblatt.de

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