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Medizin

Helfen Antipsychotika gegen Agitiertheit und Psychosen bei Demenz?

Montag, 24. Januar 2022

/bilderstoeckchen, stock.adobe.com

Oxford – Menschen mit Demenz leiden während ihrer Krankheit häufig eine Zeit lang unter Halluzi­nationen und Wahnvorstellungen. Insbesondere in den späteren Stadien der Krankheit können sie auch unruhige Verhaltensweisen wie Unruhe, Schreien oder Aggression gegenüber anderen zeigen. Eine Arbeitsgruppe der Cochrane Dementia and Cognitive Improvement Group hat jetzt untersucht, ob Antipsychotika gegen Agitiertheit und Psychosen bei Demenz helfen.

„Wir wollten wissen, wie gut antipsychotische Arzneimittel den Schweregrad von Unruhe und psycho­tischen Symptomen bei Menschen mit den beiden häufigsten Demenzformen verringern, nämlich bei Demenz aufgrund der Alzheimerkrankheit und bei vaskulärer Demenz. Außerdem wollten wir wissen, bei wie vielen Menschen unerwünschte Wirkungen auftraten“, berichtet die Arbeitsgruppe.

Die Wissenschaftler fanden dazu 24 Studien mit 6.090 Personen: 6 Studien untersuchten typische Antipsychotika, meist Haloperidol. 20 Studien untersuchten atypische Antipsychotika wie Risperidon, Olanzapin und Aripiprazol und 2 Studien prüften typische sowie atypische Antipsychotika. In allen Studien wurden Antipsychotika mit Placebos verglichen.

Es ist laut dem Cochrane-Review (2021; DOI: 10.1002/14651858.CD013304.pub2/full) ungewiss, ob ältere Antipsychotika der 1. Generation wie Haloperidol eine Wirkung auf unruhiges Verhalten haben – die Wirkung sei „bestenfalls moderat“. Diese typischen Antipsychotika könnten laut Studienlage Wahn­vor­stellungen und Halluzinationen bei Menschen mit Demenz leicht verringern.

Neuere atypische Antipsychotika verringern laut den Cochrane-Autoren die Unruhe bei Demenz leicht, aber ihre Wirkung auf die Psychose bei Demenz sei vernachlässigbar. „Die in der täglichen Praxis beob­achtete offensichtliche Wirksamkeit der Medikamente lässt sich möglicherweise durch einen günstigen natürlichen Verlauf der Symptome erklären, wie er in den Placebogruppen beobachtet wurde“, meinen sie.

Beide Medikamentenklassen erhöhten das Risiko von Somnolenz und anderen unerwünschten Ereig­nissen. „Wenn Antipsychotika zur Sedierung von Patienten mit schweren und gefährlichen Symptomen in Betracht gezogen werden, sollte dies offen mit dem Patienten und seinem gesetzlichen Vertreter besprochen werden“, empfehlen die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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