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Medizin

Hirnaktivitätsmuster zeigt Erkrankungsschwere und Therapieerfolg bei Dystonie

Sonntag, 14. Januar 2018

/ralwel, stock.adobe.com

Berlin – Bei der Bewegungsstörung Dystonie gibt es offenbar ein spezifisches Hirnaktivitätsmuster, das mit der Schwere der Symptome korreliert – und mit dem Effekt einer tiefen Hirnstimulation bei der Therapie. Das berichten Wissen­schaftler der Sektion Bewegungsstörungen und Neuromodulation an der Klinik für Neurologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Ihre Arbeit ist in der Fach­zeitschrift Annals of Neurology erschienen (2017; doi: 10.1002/ana.25095).

Bei einer Dystonie ist das Gleichgewicht zwischen erregenden und hemmenden Nervenverbindungen, das für geordnete Bewegungsabläufe sorgt, gestört. Die Patienten leiden unter unwillkürlichen Bewegungen, Zuckungen und Krämpfen bestimmter Muskeln. In Europa leiden mehr als 500.000 Menschen unter einer Dystonie. Nach Morbus Parkinson und dem essenziellen Tremor ist diese Krankheit die dritthäufigste Bewegungsstörung.

Bei Dystonie-Patienten schwingen die Nervenzellen im Theta-Rhythmus von 4 bis 12 Hertz. In der aktuellen Studie haben die Wissenschaftler 27 Patienten auf beiden Seiten Elektroden in den Globus pallidus internus (GPi) implantiert, einen Bereich in den Basalganglien. Bei den untersuchten Patienten fand sich die charakte­ristische Wechselbeziehung zwischen der Hirnaktivität, der vorab klinisch gemessenen Symptomschwere, der Nähe zum optimalen Zielpunkt sowie dem therapeutischen Effekt.

„Möglich werden diese Untersuchungen dank eines innovativen Systems zur tiefen Hirnstimulation, das die Hirnaktivität auch nach der Implantation noch weiter aufzeichnet“, erklärte Andrea Kühn von der Klinik für Neurologie und Leiterin der Sektion Bewegungsstörungen und Neuromodulation.

„Unsere Ergebnisse liefern Hinweise für die ursächliche Bedeutung der Theta-Aktivität für die Symptome der Dystonie und bieten einen Erklärungsansatz für die Wirkweise sowie den optimalen Zielpunkt der tiefen Hirnstimulation bei den betroffenen Patienten“, sagte der Erstautor der Publikation, Wolf-Julian Neumann von der Sektion Bewegungsstörungen und Neuromodulation. © hil/aerzteblatt.de

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