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Ärzteschaft

Kinderärzte warnen vor Stoffwechsel­entgleisungen nach Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter

Dienstag, 8. Januar 2019

/4frame group, stockadobecom

Köln – Ärzte und Patienten sollten nach Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen den Stoffwechsel besonders im Auge behalten. Diesem wird laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in der Nachsorge häufig zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. „Ihre Schilddrüsenfunktion und ihre Blutzuckerwerte sollten Betroffene regelmäßig überprüfen lassen. Ehemalige Leukämiepatienten haben beispielsweise ein erhöhtes Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln, und nach einer Hautkrebserkrankung in jungen Jahren besteht eine Neigung zur Kropfbildung“, erläuterte Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim BVKJ.

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Der Verband verweist in diesem Zusammenhang auf eine dänische Studie mit 32.548 jugendlichen und jungen erwachsenen Krebsüberlebenden. Danach hatten diese Patienten ein 73 Prozent höheres Risiko für Stoffwechselerkrankungen im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne durchgemachte Krebserkrankung (2018; doi: 10.1001/jamanetworkopen.2018.0349). „Bei älteren Krebsüberlebenden sind erhöhte Risiken für eine breite Palette von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weiteren Krebser­krankungen, Infektionskrankheiten und Erkrankungen des Verdauungstrakts bereits bekannt, aber Spätfolgen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die früh an Krebs erkrankt waren, haben bisher wenig Aufmerksamkeit erhalten“, hieß es aus dem BVKJ.  

Nahtloser Übergang in die Erwachsenenmedizin wichtig

Der Verband verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Probleme, die sich beim Übergang von der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin immer wieder ergeben: „Diese Patienten brauchen eine besondere Betreuung und Nachsorge, die individuelle Krankheitsrisiken berücksichtigen. Wie bei chronisch kranken Jugendlichen ist ein nahtloser Übergang in die Erwachsenenmedizin besonders wichtig“, betonte Nentwich.

Diesen sollten Eltern und Jugendliche mit einem pädiatrischen Spezialisten und entsprechenden Fachärzten in der Erwachsenenmedizin rechtzeitig planen. „Sogenannte Übergangssprechstunden, bei denen alle Parteien die Fortsetzung der Nachsorge besprechen, sind bisher eher die Ausnahme und hängen von der Eigeninitiative des Patienten ab“, bedauerte der BVKJ-Experte. © hil/aerzteblatt.de

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