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Hochschulen

Personalmangel in der Kinderonkologie der Charité weiter kritisch

Donnerstag, 2. Januar 2020

/dpa

Berlin – Nachdem das Kinderkrebszentrum der Charité kurz vor den Feiertagen einen Aufnahmestopp verhängt hatte, können seit dem 23. Dezember wieder Kinder neu aufgenommen werden. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass es erneut zu schichtweisen Bettensperren komme, teilte das Universitätsklinikum heute auf Anfrage mit.

Es fehlen weiterhin bundesweit Fachkräfte mit entsprechender Expertise, sagte eine Sprecherin dem Deutschen Ärzteblatt, „die offenen Stellen in der Pflege können daher trotz größter Bemühungen nur langsam nachbesetzt werden“. Hierfür versuche man mittels nationaler wie internationaler Programme Pflegekräfte anzuwerben.

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Um die verbliebenen Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte zu entlasten, habe die Universitätsklinik neue Stationssekretärinnen sowie Pharmazeutisch-Technische Assistenten und eine Patientenmanagerin für die Beratung der Eltern eingestellt. Da es unter dem anhaltenden Personalmangel wachsende Spannungen im Team gegeben hatte, werde zudem eine professionelle Mediation angeboten.

Zur Gewährleistung laufender Therapien wurde zwischenzeitig Personal aus der Erwachsenenpflege eingesetzt, sagte der Ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) vor der Weihnachtswoche. Nach seiner Aussage würden demnächst zwei Pflegekräfte auf die Station zurückkehren und eine sei neu eingestellt worden.

Weiterhin wenig Spielraum für Personalausfälle

Hintergrund der Bettensperren war ein akuter Personalmangel bei insgesamt bereits dünner Personaldecke: So fehlten Mitte Dezember zehn der 50 Mitarbeiter des Stationsteams. In den vergangenen anderthalb Jahren hatten zwölf Pflegekräfte diese Station verlassen, sagte Frei dem rbb. Gründe dafür seien, laut rbb-Recherchen, unter anderem die erodierenden Arbeitsbedingungen gewesen, aber auch persönliche emotionale Belastungen bei der Arbeit mit den schwerstkranken Kindern.

Frei räumte ein, dass seit Monaten in angebundenen Stationen Betten gesperrt seien, so zum Beispiel auf der Knochenmark-Transplantationsstation. Teilweise galten die Sperren nur in einzelnen Schichten, später dauerhaft. „Wir sind hin und her gerissen“, sagte Frei dem rbb, „die Pflegekräfte und auch die Ärzte, zwischen der Einhaltung von Mindeststandards und der Versorgung von Kindern, die dann eben doch kommen.“

Die Charité hatte im April 2016 einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi unterschrieben. Darin wurden für bestimmte Bereiche Versorgungsschlüssel definiert, so auch eine 1:3-Betreuung in der Kinderonkologie. Dies einzuhalten sei besonders in Nachtschichten schwierig, räumte Frei ein. © jff/aerzteblatt.de

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