MedizinOnkologieAktuelles Onkologie
Aktuelles
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Diabetes ist ein Risikofaktor für frühen Darmkrebs

Mittwoch, 1. Juli 2020

/mi_viri, stock.adobe.com

Heidelberg – Diabetiker haben ein vergleichbar hohes Darmkrebsrisiko wie Menschen, in deren Familien gehäuft Darmkrebs auftritt. Zudem haben Diabetiker ein höheres Risiko, bereits vor dem 50. Lebensjahr an Darmkrebs zu erkranken. Das berichten Wissen­schaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg im American Journal of Gastroenterology (DOI: 10.14309/ajg.0000000000000669).

Laut den Forschern nimmt insbesondere die Zahl der jungen Darmkrebspatienten zu. Es sei daher besonders wichtig, spezifische Risikofaktoren für Darmkrebs bei jungen Erwachsenen zu identifizieren, sodass Hochrisikopersonen früher von einer Vorsorge­untersuchung profitieren könnten.

„Bisher galt Diabetes nicht als anerkannter Risikofaktor für frühe Darmkrebserkran­kungen und der Zusammenhang zwischen Diabetes und familiärem Darmkrebsrisiko war noch weitgehend unbekannt“, berichtet Mahdi Fallah, Leiter der Gruppe Risikoadaptierte Prävention in der Abteilung Präventive Onkologie des DKFZ und am NCT Heidelberg. Diabetes und Darmkrebs hätten aber einige Risikofaktoren wie Fettleibigkeit, Bewe­gungs­mangel und Stoffwechselfaktoren gemeinsam.

Die Heidelberger Forscher haben daher zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Lund 12,6 Millionen Daten von nach 1931 geborenen schwedischen Bürgern inklusiv ihren Eltern ausgewertet.

„Ziel war es, das Darmkrebsrisiko insbesondere im Alter unter 50 Jahren bei Diabetikern mit und ohne Darmkrebspatienten in der Familie zu bestimmen“, erklärte Elam Kharazmi, Co-Leiterin der Studie.

Während des Studienzeitraums von 1964 bis 2015 hatten 559.375 der untersuchten Personen Diabetes und 162.226 eine Darmkrebserkrankung. Die Auswer­tung zeigte, dass bei Diabetikern das Risiko für Darmkrebs in allen Altersgruppen erhöht war. Das Risiko, in jungen Jahren an Darmkrebs zu erkranken, war bei Diabetikern ohne Verwandte mit Darmkrebs sogar ähnlich hoch wie bei familiär vorbelasteten Nicht-Diabetikern.

Diabetiker, bei deren Verwandten ersten Grades Darmkrebs diagnostiziert wurde, hatten gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein etwa siebenfach erhöhtes Risiko, bereits unter 50 Jahren selber Darmkrebs zu entwickeln.

„Unsere Studie konnte zeigen, dass Diabetiker ein erhöhtes Risiko haben, bereits vor dem 50. Lebensjahr an Darmkrebs zu erkranken. Dies ist wichtig zu wissen, um diesen Menschen künftig früher ein risikoangepasstes Darmkrebsscreening anzubieten“, sagte Fallah. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #768044
Duesentrieb
am Dienstag, 4. August 2020, 15:29

Diabetes

Es trifft alle Diabetes Arten...
Avatar #93958
KielerFörde
am Montag, 6. Juli 2020, 15:08

Alle Diabetiker in einen Topf

Es wäre schön, wenn zumindest in Ärzteblatt-Artikeln nicht immer pauschal von den "Diabetikern" die Rede wäre. Es gibt schließlich viele verschiedene Typen von Diabetes mellitus. Ich nehme aber an, dass die erhöhte Krebsgefahr in erster Linie auf den Typ-II-Diabetes zutrifft.
LNS

Stellenangebote

    NEWSLETTER