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Ausland

Wichtige Krebsmedikamente sollen günstiger werden

Mittwoch, 15. Juli 2020

/Schlierner, stock.adobe.com

Brüssel – Der Krebsmedikamente-Hersteller Aspen hat unter Druck der europäischen Wettbewerbshüter angeboten, die Preise für sechs wichtige Arzneien deutlich zu senken. Das Angebot sehe einen durchschnittlichen Preisrückgang um 73 Prozent vor, wie die EU-Kommission gestern mitteilte.

Nach Angaben einer Kommissionssprecherin sei das Angebot bereits im Oktober 2019 unterbreitet, zunächst aber nicht veröffentlicht worden. Nun will die Kommission durch eine Befragung klären, ob das Angebot des Unternehmens für Patienten und Gesund­heits­systeme ausreichend ist.

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„Pharmaunternehmen bringen häufig innovative Arzneimittel auf den Markt, und das sollte sich für sie rentieren“, erklärte die zuständige EU-Vizekommissionspräsidentin Margrethe Vestager in Brüssel.

Zuweilen nutzten sie jedoch auch ihre beherrschende Stellung, um die Preise für ältere aber immer noch unentbehrliche Arzneimittel ohne triftigen Grund um mehrere hundert Prozent zu erhöhen.

Die Kommission hatte bereits im Mai 2017 ein Prüfverfahren gegen das südafrikanische Unternehmen Aspen eingeleitet. Damals ermittelten die Wettbewerbshüter, dass die Prei­se des Konzerns im Durchschnitt um fast 300 Prozent über den relevanten Kosten lagen.

„Bei der Erhöhung der Preise, oftmals um mehrere hundert Prozent, nutzte Aspen aus, dass es für die Patienten und Ärzte zumeist keine Alternative zu seinen Krebsmedika­menten gab“, hieß es damals von der EU-Kommission.

Betroffen waren etwa die Arzneimittel Alkeran, Leukeran und Purinethol. Laut Kommis­sion stellt das Verhalten von Aspen möglicherweise einen verbotenen Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung dar.

Der Europäische Verbraucherverband BEUC begrüßte das Engagement der EU-Kommis­sion. „Die Verpflichtungen zeigen, dass hohe Preise für patentfreie Arzneimittel unge­recht­fertigt sind und keinen Platz in der EU haben“, erklärte Geschäftsführerin Monique Goyens.

Preise in schwindelerregender Höhe gefährden ihr zufolge das Leben von Patienten und fügen den Gesundheitssystemen ernsthaften finanziellen Schaden zu. © dpa/aerzteblatt.de

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