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AOK-Zahlen dokumentieren Anstieg der Hautkrebsfälle

Dienstag, 21. Juli 2020

/Markus Bormann, stock.adobe.com

Düsseldorf/Hamburg – Zwischen 2003 und 2019 hat sich nach Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von Hautkrebs mehr als verdoppelt. Das geht aus einer neuen Auswertung von Versichertendaten hervor, die das Institut für Betriebliche Gesund­heits­förder­ung (BGF) der Kasse vorgelegt hat.

Danach haben Ärzte im Rheinland im Jahr 2003 0,08 Krankschreibungen je 100 Versi­cher­tenjahre ausgestellt, die mit der Diagnose „bösartiges Melanom oder sonstige bös­artige Neubildung der Haut“ zu tun hatten. Im Jahr 2019 waren es 0,18.

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Die Krankenkasse führt den Anstieg wesentlich auf UV-Strahlung zurück. „Wer seiner Haut zu viel Sonneneinstrahlung zumutet, provoziert Veränderungen, die im schlimmsten Fall zu Krebs führen können. Auch später noch, denn die Haut vergisst nie“, hieß es von der Kasse.

Besonders gefährlich könnten die Strahlen für Kinder und für Menschen hellen Hauttyps werden. „Je eher der Krebs diagnostiziert wird, desto größer sind die Heilungschancen. Deshalb sollten alle Menschen Früherkennungsangebote nutzen“, sagte Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg.

Er wies daraufhin, dass gesetzlich Krankenversicherte ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein HautkrebssScreening haben. Die AOK Rheinland/Hamburg bietet ihren Versicherten bereits ab Vollendung des 18. Lebensjahres solche Checks an.

Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) nimmt jedoch noch nicht einmal jeder Dritte ab 35 Jahren diese Möglichkeit wahr. „Hier besteht noch großes Potenzial“, so Buchwitz.

Neben der UV-Exposition halten Dermatologen und Onkologen auch Sonnenstudios für mitverantwortlich für die Entwicklung von Hautkrebs. Eckhard Breitbart, Dermatologe und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP), erklärte in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Deutschen Krebshilfe, der Bräunungsprozess sei immer ein „Hilfeschrei der Haut“. „Jede Solariennutzung führt zu gesundheitlichen Schäden“, so Breitbart. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #103488
KuhnJ
am Samstag, 1. August 2020, 11:50

Für Risikotrends lieber Krebsregisterdaten

Eine Krankschreibung ist nicht ohne Weiteres mit einer Erkrankung gleichzusetzen, schon gar nicht mit einer Neuerkrankung. Dafür sind Krebsregisterdaten besser geeignet, auch wenn sie ebenfalls nicht die Realität 1:1 abbilden. Die Krebsregisterdaten zeigen für das maligne Melanom (C43) in den letzten Jahren wenig Veränderung - mit Ausnahme eines Screeningeffekts bei Einführung des Hautkrebsscreenings 2008.
Avatar #760232
penangexpag
am Samstag, 25. Juli 2020, 10:08

"wer rechnen kann...."

Ergänzend zu der Anmerkung von dr.schaetzler sollte man immer wieder darauf hinweisen, daß Zahlenangaben ohne eine qualifizierte Fehlerabschätzungs-Angabe wertlos sind. Oft werden solche Zahlen mit Stellen hinter dem Komma publiziert, die eine Genauigkeit vortäuschen, die gar nicht real ist. Ob das an mangelndem Problembewußtsein oder an der Darstellungspotenz von Digitalrechnern liegt sei dahingestellt.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 22. Juli 2020, 08:14

Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil!

Wenn "Ärzte im Rheinland im Jahr 2003 0,08 Krankschreibungen je 100 Versi­cher­tenjahre ausgestellt [hatten], die mit der Diagnose „bösartiges Melanom oder sonstige bös­artige Neubildung der Haut“ zu tun hatten. Im Jahr 2019 waren es 0,18", ist das in 17 Jahren (das Anfangsjahr 2003 zählt mit!) ein Anstieg um 0,1%.

Pro Jahr entspricht das einem wenig spektakulären Anstieg von 0,006 %.

Hinzu treten vermehrte Hautkrebs-Vorsorge-und -Früherkennungsuntersuchungen bzw. gestiegene Lebenserwartung und Überalterung als demografischer Faktor

"Die Krankenkasse führt den Anstieg wesentlich auf UV-Strahlung zurück" bedeutet für mich intellektuell gerade noch nachvollziehbar, dass es vor dem Jahr 2003 mit 0,08 Krankschreibungen je 100 Versi­cher­tenjahre in Deutschland keine nennenswert schädliche UV-Strahlung und Sonnenstudios gegeben haben sollte oder könnte.

Wer zu allem Überfluss auch noch behauptet, "der Bräunungsprozess sei immer ein Hilfeschrei der Haut“ und kein notwendiger Anpassungsprozess der Haut auf vermehrte UV-Strahlung, hat vermutlich auch noch nie etwas von der Multikausalität von Krebserkrankungen gehört?

Was uns hier das Institut für Betriebliche Gesund­heits­förder­ung (BGF) der AOK Rheinland/Hamburg als neue Auswertung von Versichertendaten vorgelegt hat, verdient durchaus den Titel "Unstatistik des Monats"

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund





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