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Politik

Krebsgesellschaft mahnt stärkere Unterstützung für Register an

Dienstag, 8. September 2020

/dpa

Berlin – Die Krebsregister müssen seitens der Politik stärker finanziell gefördert werden. Diesen Appell formulierte Thomas Seufferlein, Präsident der Deutschen Krebsgesell­schaft, heute im Rahmen einer Veranstaltung der Reihe „Brennpunkt Onkologie“.

Aktuell gebe es aufgrund der föderalen Struktur bei der Finanzierung einige „Hürden“, so Seufferlein. Grundsätzlich könne eine gelungene Zusammenarbeit von Kliniken, Praxen und vor allem zertifizierten Zentren mit den Krebsregistern zu einem „onkologischen Qualitätszyklus“ führen.

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Mithilfe der Register ließen sich unter anderem relevante Fragen nach Mindestmengen, Leitlinienumsetzung und -auswirkungen, der Effektivität von Qualitätssicherungsmaß­nahmen sowie der Arzneimitteleffizienz im Versorgungsalltag beantworten.

Um die Versorgungsforschung nachhaltig noch weiter voranzubringen, wäre aus Sicht Seufferleins ein „Spitzeninstitut für Versorgungsforschung in der Onkologie“ sinnvoll. Ein solches Gremium könne in dem komplexen Bereich koordinierend wirken und beispiels­weise gewisse Standards bezüglich der Datenerhebung setzen.

Auch Thomas Kaiser, Ressortleiter Arzneimittelbewertung im Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), rief die Entscheider in der Politik dazu auf, die Register noch besser zu unterstützen.

Dies betreffe neben Fragen der uneinheitlichen Datenschutzregelungen und IT-Land­schaften insbesondere auch die Finanzierung. Ohne „ganz anders“ Geld in die Hand zu nehmen, sei keine große Entwicklung zu erwarten. Um den versorgungsnahen Daten zu einem höheren Stellenwert zu verhelfen, müssten aber auch die Registerbetreiber ihre Bemühungen intensivieren.

Er verwies auf den entsprechenden Rapid Report des IQWiG mit Handlungsempfehlungen zur Erhebung und Aufbereitung versorgungsnaher Daten. In diesem Zusammenhang mahn­te Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft, formal ein­heitliche Datensätze an – nur so sei ein produktiver Datenaustausch möglich.

Der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes hatte jüngst deutliche Kritik an dem schleppenden Aufbau der Klinischen Krebsregister geäußert.

Lediglich die Register in den Ländern Baden-Württemberg, Bremen, Rheinland-Pfalz und Saarland konnten dem Kassenverband zufolge bis Ende des Jahres 2019 alle Förderkrite­rien erfüllen, die die Vo­raussetzung für eine regelhafte Finanzierung durch die Kranken­kassen bilden.

Auf Basis der im Gutachten des Prognos-Instituts enthaltenen Prognose sei nach jetzigem Kenntnisstand davon auszugehen, dass am Ende der Nachbesserungsfrist zum Jahresende 2020 voraussichtlich zehn von 18 Registern die Finanzierungsbedingungen nicht erfüllen können – aus Sicht der sozialen Selbstverwaltung „unbefriedigend“.

Als ursächliche Probleme identifizierte das Prognos-Gutachten vor allem fehlende tech­nische Voraussetzungen zum Datenaustausch. © aha/aerzteblatt.de

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